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"Das ist einfach zu viel": Anwohner kritisieren geplante Wohnbebauung in Ramelsloh

Die fünf Grundstücke liegen in unmittelbarer Nähe zum alten Glockenturm (rechts im Bild)
kb. Ramelsloh. kb. Ramelsloh. Dringend benötigter Wohnraum oder Zerstörung des historischen Ortskerns? Die Pläne von Investor Steffen Lücking, Baugrundstücke für insgesamt fünf Einfamilienhäuser auf einer Fläche von insgesamt knapp 3.500 Quadratmetern im Herzen von Ramelsloh zu verkaufen, stoßen bei den Anwohnern auf Ablehnung. Die geplante Wohnbebauung, für die es bereits einen Bauvorbescheid gibt, liegt in unmittelbarer Nähe zum alten Glockenturm und damit mitten im historischen Kern des kleinen Ortes. Für einige Nachbarn fällt die Bebauung viel zu massiv aus.
Unter den Kritikern ist auch Elfi Hinrichs. Sie wohnt seit Anfang der 1960er Jahre in Ramelsloh, ihr 300 Jahre altes Fachwerkhaus grenzt direkt an das geplante Baugebiet auf dem Areal der ehemaligen Gärtnerei Meinecke. „Wir haben uns nie die Illusion gemacht, dass wir hier unser Leben lang auf grüne Äcker und Tiere blicken“, sagt Elfi Hinrichs. Bereits vor Jahren wurden in der Nachbarschaft einige Wohnhäuser errichtet. „Uns war immer klar, dass dort gebaut wird“, so die Wahl-Ramelsloherin. „Aber was nun geplant ist, ist einfach zu viel.“ Sie und ein weiterer Nachbar haben Widerspruch beim Landkreis eingelegt.
Was die Anwohner neben der Dichte der geplanten Bebauung ärgert: Für das Areal gibt es kaum Gestaltungsvorgaben - nur auf zwei Grundstücken, die besonders nah am alten Glockenturm liegen, müssen sich die künftigen Bauherren an die Vorgaben der Denkmalschutzbehörde halten. „Im Grunde kann hier jeder so bauen, wie er will. Mein Gefühl ist, dass die Planungen einfach durchgewunken wurden, ohne dass sich das mal jemand näher angeguckt hat“, sagt Elfi Hinrichs, die selber versucht, das historische Äußere ihres Hauses so weit es geht zu erhalten. Auf Nachfrage teilt Bauamtsleiter Gerd Rexrodt mit, dass es auch in der Vergangenheit keine gestalterischen Rahmenvorgaben bei entsprechenden Bauvorhaben im Ort gegeben habe. Ein Argument, dass die Anwohner nicht überzeugt.
Auch am Verlauf der Baugrenzen gibt es seitens der Anlieger Zweifel, denn ein Grundstück ragt aus dem Flächennutzungsplan heraus. Laut Gemeindeverwaltung sind die beantragen Flächen dennoch grundsätzlich bebaubar, da sie im Innenbereich liegen.
Beim Landkreis werden die Widersprüche der Nachbarn derweil geprüft. „Wir planen auch einen Ortstermin“, sagt Kreissprecher Bernhard Frosdorfer.
• Was Investor Steffen Lücking zur Kritik der Anwohner sagt, lesen Sie am Samstag im WOCHENBLATT.