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Das Pferd als Therapeut

Christiane Wolf mit ihrem Nachwuchspferd Emma
 
Enes (5) genießt die Zeit mit Stute Badgy

Heilpädagogisches Reiten im Rosengarten

„Die Pferde nehmen dich so, wie du bist“, sagt Christiane Wolf (56) und streichelt ihrer Stute Badgy die Nase. Die Waldorf-Pädagoging aus Neugraben arbeitet seit vielen Jahren mit Kindern und Jugendlichen. Nach der Geburt ihrer eigenen drei Kinder kehrte die Chemie-Ingeneurin nicht in ihren alten Beruf zurück, sondern ließ sich zur Waldorf-Lehrerin ausbilden. Zehn Jahre lang arbeitete sie anschließend in einem Kinder- und Jugendheim. Als Pädagogin betreute sie hier vor allem Kinder mit den unterschiedlichsten Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten. In dieser Zeit kaufte sie auch ihre Stute Badgy und ließ sich und ihr Pferd ausbilden. Immer wieder nahm sie Kinder aus dem Heim mit in den Stall und war überrascht über die positiven Effekte, die ihre Stute auf die Kinder hat. In ihr reifte der Wunsch ihre Leidenschaft für die Arbeit mit gesunden und behinderten Kindern und ihre Freude an Pferden zu verbinden. Wer heute zu ihr auf den Hof in Alvesen kommt, erlebt nicht nur einige Runden auf dem Pferdrücken, sondern nimmt ganz selbstverständlich am täglichen Hofbetrieb mit Hunden, Katzen und anderen Reitern teil. Vor dem Reiten wird die Schimmelstute gemeinsam geputzt, hinterher gibt es die wohlverdiente Belohnung. Christiane Wolf legt dabei besonderen Wert darauf, dass es Mensch und Pferd gleichermaßen gut geht. Artgerechte Pferdehaltung ist ihr ebenso wichtig, wie der Ausgleich zur Arbeit für ihre Stute. Dazu geht sie regelmäßig mit Badgy ausreiten oder lässt sich und ihr Pferd weiter ausbilden. „Das Pferd ist der Therapeut“, sagt Christiane, die heute als Kindergärtnerin arbeitet. „Ich begleite das Ganze nur und kann aus meiner Erfahrung heraus erkennen, was der Mensch braucht, um sich wohl zu fühlen. Geeignet ist die heilpädagogische Reittherapie für viele Krankheitsbilder. Zurzeit betreut sie unter anderem den fünfjährigen Enes, der unter der Geburt eine Asphaxie (Sauerstoffunterversorgung) erlitt. Enes kann nicht sprechen und leidet unter Spastiken. Auf dem Pferderücken löst sich seine Verkrampfung und er lächelt, wenn Stute Badgy vorsichtig die Möhre aus seiner Hand nimmt. Seine Familie begleitet ihn zur wöchentlichen Reitstunde und auch seine Geschwister genießen die gemeinsame Zeit sehr. Enes Mutter, Nicole Hansen, ist begeistert von den Erfahrungen, die ihr Sohn mit den Pferden macht. Beim Reiten entspannt sich die gesamte Muskulatur, der Gleichgewichtssinn wird verbessert und das Selbstbewusstsein wächst. Das hilft nicht nur Kindern und Jugendlichen, auch Erwachsene mit MS, Krebs oder Schlaganfallpatienten profitieren von der Reittherapie. „In der Zeit bei mir sollen die Menschen vergessen und entspannen“, sagt Christiane. Deshalb geht es auch, wann immer das Wetter es zulässt runter vom Reitplatz und in den nahegelegenen Wald. Um auch in Zukunft zuverlässige Pferde zur Verfügung zu haben, stehen Kaltblutstute Delia und die Rappstute Emma parat. Die beiden Stuten sind zur Zeit noch in Ausbildung, sollen aber schon bald einen Teil von Badgys Arbeit übernehmen. Wer Interessen an ihrer Arbeit hat, kann Christiane Wolf unter der E-Mail Adresse info@fortschritte-wolf.de kontaktieren.