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Decatur-Brücke: Seevetaler Politiker fordern finanzielle Beteiligung von Bund, Land und Bahn

Die Bahn nutzt die Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen, um zum DB Schenker Betriebsgelände zu kommen. Deshalb soll sie sich an einem möglichen Neubau beteiligen, findet u.a. der CDU-Gemeinderatsfraktionsvorsitzende Walter Schulz
kb. Seevetal. "Wenn es zu einem Brückenneubau kommt, sehe ich Bund, Land und Bahn in der Pflicht. Wir brauchen das Bauwerk primär nicht." Mit diesen klaren Worten äußert sich jetzt der Fraktionsvorsitzende der CDU im Seevetaler Gemeinderat auf WOCHENBLATT-Nachfrage zur Decatur-Brücke. Wie berichtet, belegt ein aktuelles Gutachten, dass das Bauwerk über dem Rangierbahnhof Maschen nach neuesten Berechnungsstandards keine uneingeschränkte Standsicherheit mehr gewährleistet und auch nicht mehr sanierungsfähig ist. Ein Neubau würde insgesamt rund 25 Millionen Euro kosten. Nach Abzug von Fördermitteln bliebe die Gemeinde immer noch auf geschätzten zehn Millionen Euro sitzen. Geld, das Seevetal nicht hat.
Für Schulz ist die Gemeinde zwar ganz klar dafür zuständig, die Verkehrssicherheit zu garantieren, "aber bei einem Neubau müssen diejenigen zahlen, die das Hauptinteresse an der Brücke haben." Die Verbindung zum Bahnhof in Meckelfeld und nach Hörsten sei zwar wichtig, aber hier seien auch andere Möglichkeiten denkbar, als ein ähnlich dimensionierter Ersatzbau der derzeit rund 750 Meter langen Brücke, so Schulz. "Dieser Bau wäre aus Seevetaler Sicht wirtschaftlich unvernünftig."
Auch für Klaus-Dieter Kirchhoff, Vorsitzender der SPD-Gemeinderatsfraktion, sitzt die Bahn bei der Finanzierung ganz klar mit im Boot. "Die Auffahrten zur Brücke gehören der Bahn, wenn der Konzern diese weiterhin nutzen will, muss er sich an den Kosten beteiligen", sagt Kirchhoff. In den Verhandlungen mit Bund, Land und Bahn müssten alle Möglichkeiten ausgereizt werden. "Mit einem einfachen 'Nein' geben wir uns nicht zufrieden", so Kirchhoff.
Dass das Problem "Decatur-Brücke" auch in Hannover wahrgenommen wird, zeigt der Besuch von Niedersachsens Verkehrsminister Olaf Lies (SPD), der am Dienstag vor Ort war, um sich die Gegebenheiten am Rangierbahnhof Maschen anzusehen. Lies traf sich außerdem zu einem Gespräch mit Bürgermeisterin Martina Oertzen und absolvierte einen Termin mit der Bürgerinitiative gegen die Raststätte Elbmarsch. Mehr zum Besuch von Olaf Lies in Seevetal lesen Sie am Samstag im WOCHENBLATT.