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Die kreative Seite des Schützenwesens: Ehrenscheiben sind kleine Kunstwerke

Hier ist er in seinem Element: Hobby-Maler Jürgen Kohlert an seiner Staffelei
kb. Buchholz/Seevetal. Ein gutes Auge und eine ruhige Hand helfen nicht nur beim Sportschießen, sondern sind auch beim Malen gefragt. Einer, der sich in beiden Disziplinen gut auskennt, ist Jürgen Kohlert (68) aus Buchholz. Egal ob mit Pinsel oder Pistole, der Hobby-Künstler und Schütze ist fit. Besonders schön ist für ihn, wenn sich beide Hobbys miteinander verbinden lassen. Das ist beim Gestalten von Ehrenscheiben der Fall, die die Schützen bei Wettbewerben erringen können. Diese besonderen Trophäen werden anders als Pokale oder Orden individuell und von Hand gestaltet. "Da steckt eine Menge Arbeit drin", so Jürgen Kohlert.
Eines seiner Werke, eine Bürgermeisterscheibe, hat der passionierte Hobby-Maler für den Schützenverein Meckelfeld gestaltet. Dort wurden kürzlich in einer Ausstellung über 40 Ehrenscheiben verschiedener Künstler präsentiert. "Die Scheiben zeigen nicht nur eine besondere Seite des Schützenwesens, sondern auch einen Rückblick auf die Geschichte des Ortes", erklärt Karl-Heinz-König, zweiter Schießwart und Organisator der Ausstellung.
Für die von ihm gestaltete Scheibe hat Jürgen Kohlert stundenlang an seiner kleinen Staffelei im Wohnzimmer gestanden. Anders als bei seinen anderen Bilder, wo er seiner Fantasie freie Lauf lassen kann, gibt es bei Ehrenscheiben einige Vorgaben. "Das Motiv für die Bürgermeisterschiebe sollte eine Sehenswürdigkeit oder Ansicht des jeweiligen Ortes zeigen", so Kohlert. Bei anderen Ehrenscheiben sind auch Jagdmotive beliebt.
Bei der Gestaltung ist Genauigkeit gefragt. "Besonders bei der Beschriftung muss man sich Mühe geben", erzählt Jürgen Kohlert. Jahreszahl und der Name des Stifters der Scheibe werden nicht einfach so draufgepinselt. "Da sollte man eine Schablone machen", so Kohlert. "Damit auch wirklich alles stimmt."
Der Buchholzer ist mit Herzblut bei der Gestaltung seiner Werke dabei - sowohl bei Ehrenscheiben als auch Heidelandschaften oder Stilleben. Beigebracht hat er sich das Malen in Eigenregie. "Ich habe mir Studienbücher gekauft und einfach viel geübt", erzählt er. Das gilt bei ihm auch fürs Schießen. Ab und an legt Kohlert den Pinsel beiseite und macht Trockenübungen im Wohnzimmer. Dann visiert er mit der, natürlich ungeladenen, Luftpistole einen kleinen schwarzen Punkt, der auf die Gardine geklebt ist, an. "Ohne regelmäßiges Training funktioniert gar nichts - weder beim Schießen noch beim Malen", weiß Jürgen Kohlert.