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Dorgenernte bei Vollmond?

Nadine Wübbe ist genervt: Jedes Jahr werden ihre Hortensien von Unbekannten beschnitten
Unbekannte kappen jedes Jahr zweimal die Hortensientriebe im Garten von Familie Wübbe

kb. Seevetal.
Alle Jahre wieder: Das ist bei Familie Wübbe aus Glüsingen (Seevetal) kein bloßes Weihnachtsmotto. Immer im November und Januar schleichen bei Wübbes Unbekannte durch den Garten und schneiden die Hortensientriebe ab. Meistens ungefähr zum Vollmond. Vor knapp zwei Wochen war es wieder soweit. "Am Morgen darauf entdeckte ich die frischen Schnittstellen", erzählt Nadine Wübbe. Sie hat inzwischen ein Auge dafür entwickelt. "Wenn man nicht weiß, worauf man achten muss, sieht man das im ersten Moment gar nicht."
Nadine Wübbes Hortensien werden schon seit Jahren beschnitten, vielen Nachbarn ergeht es ähnlich. Neben dem Ärger darüber, dass viele Hortensienarten im Frühjahr nicht blühen, wenn man ihnen einfach die Triebe kappt, stört Nadine Wübbe etwas ganz anderes. "Es ist einfach gruselig, dass hier immer wieder irgendwelche Leute nachts auf dem Grundstück rumlaufen." Nach anfänglicher Ratlosigkeit über dieses seltsame Treiben, brachte eine Internetrecherche sie auf eine Spur: "Offensichtlich gibt es Menschen, die die Triebe als Droge konsumieren und rauchen. Dabei ist das sehr gefährlich", sagt Nadine Wübbe.
Tatsächlich warnen Experten eindringlich vor dem Konsum von Hortensientrieben. Abgesehen davon, dass eine berauschende Wirkung wissenschaftlich bisher überhaupt nicht belegt wurde, wird beim Rauchen hochgiftige Blausäure freigesetzt. Die Folge können Schwindel, Beklemmungszustände, Atemblockaden bis hin zu Störungen des zentralen Nervensystems sein. Das bestätigt auch Polizeisprecher Jan Krüger: "Der Konsum der Pflanze ist extrem gefährlich." Fälle von Hortensiendiebstahl bzw. der Beschneidung der Pflanzen gebe es immer mal wieder. "Vor ein paar Jahren hatten wir eine regelrechte Welle", berichtet Krüger.
Nadine Wübbe will die Unbekannten anzeigen und überlegt sich auch weitere Maßnahmen. "Wir können uns schlecht nächtelang auf die Lauer legen, aber wir haben schon darüber nachgedacht, eine Kamera aufzustellen."