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Ein echter Glücksfall: Stefan Zimmermann ist der zukünftige Museumsdirektor am Kiekeberg

Drei, die sich verstehen: (v. li.) Stefan Zimmermann, Carina Meyer und Prof. Dr. Rolf Wiese
kb. Rosengarten. Vollbart, Brille, ein freundliches Lächeln - man könnte fast meinen, die Wahl auf Stefan Zimmermann (38) als zukünftiger Direktor am Freilichtmuseum am Kiekeberg sei gefallen, weil er auf den ersten Blick wie eine jüngere Version seines Vorgängers Prof. Dr. Rolf Wiese wirkt. Doch weit gefehlt: Erst jung an Jahren verfügt Zimmermann bereits über langjährige Erfahrung an der Spitze eines Museums und bringt neben erstklassiger fachlicher Qualifikationen auch die passende Denkweise mit. „Als Persönlichkeit, mit seiner ganzen Einstellung passt der neue Chef einfach zum Museum. Er ist ein echter Glücksfall“, so Landrat Rainer Rempe jetzt bei der offiziellen Vorstellung des Wiese-Nachfolgers.
Obwohl er seinen Posten erst am 1. November offiziell antreten wird, ist Stefan Zimmermann schon jetzt im Freilichtmuseum tätig. Er nutzt die kommenden Wochen, um sich einzuarbeiten und erste Projekte zu betreuen. Unterstützt wird er dabei von Rolf Wiese und Carina Meyer, Kaufmännische Geschäftsführerin. Dass die Chemie zwischen den Dreien stimmt, merkt man sofort.
Die Entscheidung, sich auf den Posten als Museumsdirektor am Kiekeberg zu bewerben, fällte Zimmermann wohlüberlegt. „Ich habe die Stellenausschreibung erst einmal nur angeschaut und anschließend respektvoll zur Seite gelegt“, erzählt er schmunzelnd. Doch dann entschloss er sich, die Chance beim Schopfe zu packen. „Der Kiekeberg ist die Top-Adresse unter den Freilichtmuseen und hat einen hervorragenden Ruf“, so der Historiker. Insgesamt 30 Bewerber wollten die Nachfolge von Rolf Wiese antreten, die Entscheidung für Stefan Zimmermann traf der Stiftungsrat schließlich einstimmig. „Wir hatten sofort das Gefühl: Er soll es sein“, berichtet Rainer Rempe.
Als Nachfolger von Rolf Wiese sieht sich Zimmermann gleich mit dem über sechs Millionen Euro teuren Großprojekt „Königsberger Straße“ konfrontiert. Mit typischen Gebäuden der Nachkriegszeit wird darin erstmals die Zeit von 1945 bis 1980 auf dem Land umfassend in einem Museum dargestellt (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach). Das Projekt sei ein gutes Beispiel dafür, wie es dem Freilichtmuseum gelinge, Tradition und Innovation zu verbinden, so Zimmermann. Vorbildlich in seinen Augen ist auch, wie das Museum in die Region hineinwirkt. „Für mich ist ein Museum auch immer ein gesellschaftlicher Akteur“, sagt Zimmermann, der in diesem Zusammenhang auch den Umgang des Kiekebergs mit dem Thema Inklusion lobt. „Das wird hier in einem Maß wahrgenommen, wie sonst von keinem Museum.“
Zimmermann weiß: Moderne Museen müssen heute mehr bieten als nur spannende Ausstellungsstücke. Veranstaltungen werden immer wichtiger. „Der Anspruch der Besucher ist gestiegen. Es gibt so viele Freizeitangebote wie nie - zu denen stehen wir letztendlich in Konkurrenz“, so Zimmermann. Für ihn immer auch eine Gratwanderung. „Wir wollen nicht in der Event-Spirale landen. Glücklicherweise zeigen Studien, dass Besucher zunehmend Wert auf Inhalte legen“, sagt er.
Kontinuität wahren und gleichzeitig offen für Neues sein, so beschreibt Stefan Zimmermann seinen Arbeitsansatz. „Das Freilichtmuseum ist ein bisschen wie ein großes Schiff. Mit mir kommt zwar ein neuer Kapitän an Bord, aber ich kann nicht einfach das Ruder herumreißen und einen anderen Kurs einschlagen.“ Es seien eher die kleinen Stellschrauben, die er zunächst ins Visier nehmen werde.
Und der scheidende Direktor Rolf Wiese? Der sieht seinem Abschied gelöst entgegen: „Ich genieße die letzten Monate am Kiekeberg und lege das Museum in gute Hände.“

Zur Person:

Stefan Zimmermann (38) stammt gebürtig aus Ulm und hat Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Augsburg studiert und mit Magister abgeschlossen. Seit 2004 arbeitet er in verschiedenen Museen, ab 2010 leitete er das Bauernhaus-Museum in Wolfegg (Baden-Württemberg) mit jährlich 90.000 Besuchern. Als Sprecher der sieben Freilichtmuseen in Baden-Würtemberg bringt er reichlich Erfahrung im Netzwerken mit. Mit „Schwabenkinder“ hat er an einem viel beachteten, internationalen Museumsprojekt mitgearbeitet. Gemeinsam mit seiner Ehefrau Yvonne lebt er in Ashausen (Gemeinde Stelle).