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"Ein glatter Schnitt": Musikschule gliedert "The Musical Company" aus

Michael Ränger hofft, dass "The Musical Compay" erfolgreich fortgeführt wird
kb. Seevetal. Für weite Teile der Seevetaler Politik kam dieser Schritt überraschend: Der Verein „Musikschule Seevetal“ hat die Zusammenarbeit mit „The Musical Company“ (TMC) zum Jahresende aufgekündigt. Bisher liefen der klassische Unterrichtsbetrieb der Musikschule und die Arbeit der „Musical Company“, die im Jahr mehrere Produktionen auf die Bühne bringt, unter einem Dach. Mit Förderung der Gemeinde Seevetal: Um die ambitionierten Projekte und die damit verbundene Probenarbeit der TMC abzusichern, hatte die Politik für 2017 bereits 40.000 Euro und für 2018 erneut bis zu 40.000 Euro an Fördergeldern bereit gestellt. Beim Beschluss Ende vergangenen Jahres war dies jedoch an gewisse Forderungen geknüpft worden. U.a. soll „The Musical Company“ zur zweiten Quartalssitzung des Ausschusses einen Zwischenbericht liefern und zudem ein zukunftsfähiges Konzept erstellen.
Für Michael Ränger, Musikschulleiter und gleichzeitig im Leitungsteam der „Musical Company“, ist die Trennung von Musikschule und TMC ein logischer Schritt und zunächst einmal eine „reine Formalie“. „Die Auslagerung der 'Musical Company' aus dem Verein Musikschule ist eine große Chance, bestimmte Risiken, die bei TMC natürlich größer sind, als beim normalen Unterricht, zu minimieren“, so Ränger. Für iihn stelle dieser Schritt einen „glatten Schnitt“ dar, der „The Musical Company“ einen Neuanfang ermögliche. „Wir müssen zur Jahresmitte die Weichen stellen und eine zukunftsfähige Trägerschaft finden. Wie die aussehen wird, dass müssen wir noch sehen“, so Ränger. Natürlich habe die Zusammenarbeit zwischen Musikschule und TMC gewisse Synergie-Effekte gehabt. „Aber es gibt durchaus Möglichkeiten, diese weiter zu nutzen“, so Ränger.
Der Musikschulleiter sieht den Schritt, die „Musical Company“ auf eigene Beine zu stellen, positiv. „Die jetzige Entscheidung des Vereins ist ein guter Anschub, uns frühzeitig Gedanken zu machen, wie es weitergehen soll“, sagt er. „Die Sorge, wie wir die Arbeit der TMC sicherstellen, begleitet uns ohnehin jedes Jahr.“ Zur Jahresmitte soll nun an einem Konzept für die „Muscal Company“ gearbeitet werden - dafür gebe es verschiedene Optionen, so Ränger.
AfD-Fraktionsvorsitzender Knut-Michael Wichalski, der auf der Ausschusssitzung im November als einziger gegen eine erneute Förderung der „Musical Company“ gestimmt hatte, fordert vor allem mehr Transparenz von den Verantwortlichen. „Die in der Jahreskalkulation ausgewiesene Unterdeckung von knapp 47.000 Euro war für uns der Grund, weshalb die AfD gegen den Förderantrag gestimmt hat. Uns war die Finanzierung dieses durchaus guten Ensembles zu undurchsichtig und ohne dauerhafte Zuschüsse durch die Gemeinde nicht gesichert“, so Wichalski. „Wer erstklassige Musical-Kultur in Seevetal will, der muss die Finanzierung anders angehen - transparent und realistisch. Dann kann die TMC auch auf unsere Unterstützung zählen.“
Transparenz fordert auch Klaus-Dieter Kirchhoff, SPD-Fraktionsvorsitzender. „Grundsätzlich begrüßen wir die Trennung zwischen Musikschule und 'Musical Company', wir wollen aber auch wissen, wie die Zusammenarbeit künftig gestaltet werden soll und aus welchem Topf Geld wohin fließt“, sagt Kirchhoff. „Außerdem sollte sich die 'Musical Company' ein vernünftiges Buchhaltungssystem zulegen und auch jemanden finden, der damit umgehen kann“, wird Kirchhoff deutlich. In diesem Monat würden Gespräche mit der Musikschule und der „Musical Company“ geführt. „Und bis zur Jahresmitte muss klar sein, wie es weiter gehen soll.“
Auch der Vorsitzende des Finanz- und Kulturausschusses, Matthias Clausen (Grüne), begrüßt den Schritt, die „Musical Company“ auf eigene Beine zu stellen. „Das zeigt auch, dass man der TMC diese Unabhängigkeit zutraut“, so Clausen, der einige positive Ansätze, die Einnahmesituation der „Musical Company“ zu verbessern, erkennen kann. „Ich hoffe allerdings, dass die Synergie-Effekte zwischen Musikschule und TMC langfristig erhalten bleiben“, so Clausen. Inwieweit auch zukünftig eine Förderung durch die Gemeinde möglich sein wird, hänge auch davon ab, ob sich die Fraktionen auf ein Konzept zur Förderung der Kulturschaffenden in Seevetal einigen können.
Frank Schmirek (CDU), stv. Finanzausschuss-Vorsitzender, will sich zur Situation nicht konkret äußern. „In den nächsten Wochen findet ein Termin mit allen Beteiligten statt. Dieser bleibt für eine Einschätzung der weiteren Entwicklung der 'Musical Company' abzuwarten.“