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"Ein Stück Heimat": Alte Scheune in Maschen soll erhalten bleiben

Soll nach dem Wunsch der Ortsratsmitglieder erhalten bleiben: die alte Scheune an der Schulstraße
kb. Maschen. Für einige ist sie nur ein baufälliges Gebäude an der Schulstraße in Maschen, für andere viel mehr. "Für mich bedeutet diese Scheune ein Stück Heimat. Sie sollte erhalten bleiben, auch weil sie an die bäuerliche Vergangenheit Maschens erinnert", sagt Horst Meyer. Der Architekt und gebürtige Maschener präsentierte im Ortsrat jetzt ein Konzept für den Erhalt und eine neue Nutzung der Scheune - denn derzeit bietet das etwa 200 Jahre alte Gebäude einen eher traurigen Anblick.
Die Scheune gehörte einst zu einem Bauernhof und war eine sogenannte Durchfahrtsscheune, in der z.B. Heu oder Getreide abgeladen wurde. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz und ist im Besitz der Firma Lidl, die laut Meyer bereit zum Verkauf wäre. Im rückwärtigen Bereich grenzt der Parkplatz des Discounters an das Bauwerk. Horst Meyer sieht viel Potenzial in der Scheune, er möchte sie zu einer "Kultur-Scheune" machen. Die Idee: Die Außenstelle der Bücherei in Maschen könnte vom Dorfhaus in die Scheune umziehen und erweitert werden, außerdem ist eine Cafeteria angedacht. Den Platz im Obergeschoss würde Meyer gerne sowohl für weitere Bücherregale als auch für eine Ausstellung zu Maschens Dorfgeschichte nutzen. "Man könnte auch Bilder von Maschener Künstlern präsentieren oder Möbel ausstellen, die hier einmal hergestellt wurden", so Meyer. Den Charakter des Gebäudes möchte er so wenig wie möglich verändern. Eingezogen werde müsste eine Zwischendecke, auch drei Toiletten, eine Treppe und ein Aufzug sind im Konzept vorgesehen. Insgesamt hätte das Gebäude rund 300 Quadratmeter Nutzfläche.
Im Ortsrat kam das Konzept des Architekten weitestgehend gut an - wenngleich die zu erwartenden Kosten in geschätzer Höhe von etwa 740.000 Euro dem ein oder anderen Ratsmitglied leichte Schweißperlen auf die Stirn trieben. Auch den angedachten Umzug der Bücherei in die Scheune, sahen einige Ortsratsmitglieder eher kritisch - den Erhalt der Scheune begrüßten aber alle. "Es ist grundsätzlich eine gute Idee, die Scheune zu erhalten, aber ich sehe nicht, dass die Gemeinde darin investiert", so Stephanie Gildemeister-Fuchs (CDU). "Wir müssten jemanden finden, der Geld mitbringt." Nicht schon jetzt an die Kosten zu denken, sondern erst einmal offen zu diskutieren, schlug Werner Zimmer (Freie Wähler) vor. In diese Richtung tendierte auch Ortsbürgermeisterin Angelika Tumuschat-Bruhn (SPD): "Wir müssen einfach mal schauen, was machbar ist, mit wem und woher das Geld dafür kommen könnte." Von einer gemeinnützigen bis hin zu einer gewerblichen Nutzung sei alles denkbar. "Im Vordergrund muss der Erhalt der Scheune stehen", so Tumuschat-Bruhn.
Um Ideen zu sammeln und zu diskutieren, wurde nun ein Arbeitskreis gegründet. Das erste Treffen soll im Februar stattfinden.