Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

"Ein verrücktes Projekt": Mühlenfreunde in Karoxbostel feiern Einweihung der Sägerei

Vereinsvorsitzende Emily Weede (2. v. re.) und Bürgermeisterin Martina Oertzen (Mitte) im Kreise von Sponsoren, Mühlenretter und Unterstützern
kb. Karoxbostel. "Das war schon ein verrücktes Projekt. Wie vieles hier in Karoxbostel", mit diesen Worten leitete Emily Weede, Vorsitzende des Vereins Wassermühle Karoxbostel, jetzt die Einweihung der historischen Sägerei auf dem Gelände des historischen Gebäude-Ensembles ein.
Wo jetzt das sogenannte Venezianergatter Baumstämme zu Brettern sägt, lag vor wenigen Jahren noch knietief Schutt und Dreck, eine mächtige Esche hatte das Dach der Sägerei durchschlagen, ein alter Opel Kapitän und eine Kutsche fristeten ihr Dasein zwischen eingestürzten Wänden. "Wir dachten die Sägerei sei ein hoffnungsloser Fall", erinnerte sich Emily Weede. Doch wie auch beim Haupthaus des Mühlenensembles, der Mühle und dem Backhaus scheuten die vielen Ehrenamtlichen des Mühlenvereins, der inzwischen fast 1.000 Mitglieder zählt, keine Mühen. Es wurde kubikmeterweise Dreck weggeräumt, Opel und Kutsche wurden geborgen, ebenso wie die alte Esche. Es wurde fotografiert und dokumentiert, bevor alles ab- und dann nach Originalbauplänen wieder neu aufgebaut wurde - mit Unterstützung der Jugendbauhütte im Landkreis Stade. Mit Erfolg: Die über 100 Jahre alte Säge läuft, als hätte es den zwischenzeitlichen Dornröschenschlaf nicht gegeben. Derzeit wird die Säge noch mit einem Elektromotor betrieben, geplant ist jedoch, sie wieder ganz in den ursprünglichen Zustand zu versetzen und mit Wasser anzutreiben.
Insgesamt wurden in das ambitionierte Projekt über 61.000 Euro investiert, davon stammen 47.500 Euro von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, der Niedersächsische Sparkassenstiftung, vom Landkreis Harburg und der Gemeinde Seevetal. Den Rest der Summe erbrachte der Verein selbst. "Das Mühlenensemble ist ein Juwel für Seevetal, es ist bemerkenswert, was hier geleistet wird", lobte Gemeindebürgermeisterin Martina Oertzen das unermüdliche Engagement der Vereinsmitglieder, zu denen sie auch selbst gehört. Sie dankte allen Mühlenrettern für ihren Einsatz.
In regelmäßigem Einsatz wird auch die Säge künftig sein - sie ist keineswegs nur ein hübsch anzusehendes Ausstellungsstück. Und das nächste Projekt steht schon in den Startlöchern: Im alten Schweinestall sollen eine Metallwerkstatt und ein Gruppenraum entstehen, denn die Mühle ist seit einiger Zeit außerschulischer Lernstandort. Fakt ist: An der Wassermühle Karoxbostel wird es nie langweilig. Wer selber noch nicht da war, bekommt auf http://wassermühle-karoxbostel.de einen ersten Eindruck. Ein Besuch lohnt aber immer, z.B. zum "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 11. September, ab 10.30 Uhr.