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Eine Dorfchronik für Bullenhausen und Over

Gegen Vorlage dieser Lebensmittelkarte gab es nach Kriegsende Fleisch, Fett und Brot (Karte von 1950)

Noch viel Arbeit für die ehrenamtlichen Mitarbeiter.

sab. seevetal Fotos und Dokumente sichten, sortieren und das weitere Vorgehen besprechen - mit Hochdruck arbeiten derzeit rund 14 Frauen und Männer an der Erstellung einer Dorfchronik für Over und Bullenhausen. "Rund zwanzig Prozent der Arbeit sind bisher geschafft", schätzt Hartmut Blecken, der als Heimatforscher schon an zahlreichen ähnlichen Projekten gearbeitet hat. Rund zweihundert Arbeitsstunden hat er bereits in das Projekt investiert und war zuletzt einige Tage im Staatsarchiv in Hannover. Dort hat er alte Urkunden und Karten gefunden, die nun ausgewertet werden müssen. „Alleine wäre diese Arbeit nie zu bewältigen“, so Blecken.
Die Gruppe trifft sich regelmäßig im ehemaligen Feuerwehrhaus in Bullenhausen. Organisiert wird das Ganze von Ortsbürgermeister Günter Thonfeld. „Der Wunsch nach einer Chronik kam aus der Bevölkerung, seit ungefähr einem Jahr arbeiten wir daran“, erzählt Thonfeld. Zum Glück konnten Sponsoren gefunden werden und der Förderverein des Freilichtmuseums am Kiekeberg wird den Verlag und Druck der Chronik organisieren. Spätestens in zwei bis drei Jahren soll es soweit sein, hoffen die freiwilligen Helfer.
An diesem Abend ist Helga Mallwitz das erste Mal dabei. Sie hat eine Menge alter Bilder und Unterlagen mitgebracht, denn ihre Großeltern haben um 1926 den Grundstein der Strandhalle gelegt, die bis heute in den Sommermonaten ein beliebtes Ausflugsziel ist. Zuerst war es nur ein Holzhäuschen für Paddler und Wochenendausflügler, die hier bei Klaviermusik und Gesang ein paar fröhliche Stunden verbringen konnten. In den Jahren danach wurde die Strandhalle immer wieder vergrößert und umgebaut. „Eins ist allerdings geblieben“, berichtet die Helga Mallwitz. "Jeden Winter steht die Strandhalle bis zur Decke unter Wasser und im Frühjahr muss alles wieder eingerichtet werden." Es gibt dafür sogar ein eigens eingebautes Ablaufventil im Haus.
Viele interessante Dinge haben die ehrenamtlichen Heimatforscher schon in Erfahrung gebracht. So gab es rund 35 Vereine rund um Over und Bullenhausen, darunter auch einen Ziegenzuchtverein, einen Pfeiffenverein und diverse Jagdgenossenschaften. „Hier fehlen uns noch etliche Informationen“, räumt Blecken ein. Außerdem müssen noch meterweise Zeitungsarchiv gesichtet werden, um die letzten fünfzig Jahre der Dörfer zu rekonstruieren.
• Wer Lust hat sich an der Arbeit der Gruppe zu beteiligen, kann sich bei Günter Thonfeld unter Tel. 040 - 76910078 melden. Das nächste Treffen ist für den 25. Februar geplant.