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"Eltern sind unheimlich dankbar": Ehrenamtliche nähen Kleidung für Frühgeborene und Sternenkinder

Nicole Vogt zeigt eine der winzig kleinen Hosen. Die Kleidung wird ab Größe 38 gefertigt
kb. Seevetal. kb. Seevetal. Winzig kleine Hände und Füße, nur eine Handvoll Mensch: Wenn Frühgeborene zur Welt kommen, können viele Eltern kaum fassen, wie klein und zerbrechlich ihr Kind erscheint. Weil die Industrie für die Winzlinge keine passende Bekleidung herstellt, dauert es manchmal viele Wochen, bis der Nachwuchs zum ersten Mal in einem richtigen Strampler steckt und damit aussieht wie ein „ganz normales“ Baby. Hier schafft der Verein „Herzenssache - Nähen und für Sternchen und Frühchen“ Abhilfe. Deutschlandweit nähen, stricken und häkeln über 500 Ehrenamtliche Hosen, Shirts, Deckchen, Mützen, Strampler, Bodys und vieles mehr für Frühchen genauso wie für sogenannte Sternenkinder. Zu ihnen gehört Nicole Vogt, die aus Seevetal stammt und dort am vergangenen Wochenende zum ersten Mal ein gemeinsames Nähen organisierte.
Sie selbst stieß über Facebook auf den Verein. „Inzwischen ist das Projekt wirklich zu meiner Herzenssache geworden“, sagt Nicole Vogt. Die 38-Jährige ist selbst Mutter einer kleinen Tochter und kann die Gefühle der Eltern von Frühchen und Sternenkindern nachvollziehen. „Bei den Frühgeborenen geht es im Grunde darum, ein Stück Normalität herzustellen“, erzählt sie. Für viele Eltern sei der Moment, in dem sie ihr Kind zum ersten Mal in einem Strampler sehen, ein ganz besonderer. „Das ist ein weiterer Schritt in Richtung Zukunft“, sagt Nicole Vogt.
Bei den Sternenkindern, die tot geboren werden oder kurz nach der Geburt sterben, sollen die kleinen Einschlafdecken, Taufaufleger für Nottaufen, winzige Pucksäcke oder Storchenbeutel einen würdigen Abschied ermöglichen.
„Für die Eltern gibt es immer ein kleines Stück aus demselben Stoff als Andenken“, erzählt Nicole Vogt.
Inzwischen werden über 50 Kliniken in ganz Deutschland - im Norden u.a. das UKE in Hamburg - mit den Kleidungsstücken, kleinen Stofftieren und Deckchen versorgt. Die Freude bei den Eltern ist groß. „Wenn wir die Sachen in den Krankenhäusern abliefern, bekommen wir viel Feedback von den Krankenschwestern, die uns schildern, wie dankbar die Eltern sind“, erzählt Nicole Vogt.
Wer selber Bekleidung für Frühchen und Sternenkinder nähen möchte, kann entweder zu einem der nächsten Treffen in Seevetal kommen, die künftig regelmäßig stattfinden sollen, oder kann sich natürlich auch in den eigenen vier Wänden ans Werk machen. „Schnittmuster bekommt man vom Verein“, erklärt Nicole Vogt.
• Kontakt ist über die Facebook-Seite "Herzenssache - Nähen für Sternchen und Frühchen" oder die Homepage http://www.herzenssache-nfsuf.de möglich. Weitere Informationen zu den geplanten Treffen in der Region gibt Nicole Vogt, E-Mail: herzenssache.nordlichter@yahoo.com.