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Emmi Märtens feiert ihren 100. Geburtstag: "Man muss was auf sich geben"

Feiert ihren 100. Geburtstag: Emmi Märtens aus Fleestedt
kb. Seevetal-Fleestedt. Viel Bewegung, ab und an mal ein Gläschen Sekt, lesen bis nach Mitternacht und morgens am liebsten Ausschlafen: Emmi Märtens macht, was ihr gefällt. Und vielleicht ist genau das das Geheimrezept für ihr hohes Alter. Am Sonntag, 26. April, feiert die Seniorin ihren 100. Geburtstag. Ansehen tut man ihr das nicht. "Man muss was auf sich geben", weiß die Fleestedterin.
Emmi Märtens wurde 1915 in Hamburg-Neustadt geboren. Sie wuchs in Hamburg auf, machte eine Ausbildung zur Köchin. "Ich wollte eigentlich lieber ins Büro", erzählt die Jubilarin, aber die Mutter setzte sich durch. Weniger Einfluss hatten die Eltern an anderer Stelle: Mit 18 Jahren ließ Emmi Märtens sich ihre schönen langen Haar abschneiden, trug fortan einen "feschen Herrenhaarschnitt". "Meine Eltern waren entsetzt", erinnert sich die Seniorin und lacht.
1940 lernte sie beim Tanzen ihren zukünftigen Mann Konrad kennen. Der war vier Jahre jünger als Emmi und hatte es anfangs nicht leicht. "Ich wollte ihn gar nicht, aber er ließ nicht locker", erzählt sie. 1942 wurde geheiratet, die kirchliche Trauung fand in der später durch Bomben zerstörte Dreifaltigkeitskirche statt. Im August 1945 wurde die einzige Tochter Erika geboren, 1949 zog die kleine Familie in ein eigenes Häuschen nach Fleestedt. "Hier war anfangs nur grüne Wiese, ein einziges Haus stand unserem gegenüber", erzählt Emmi Märtens. Ein richtiges Badezimmer hatte das Haus anfangs nicht, gebadet wurde in einer Wanne in der Waschküche. "Zuerst kam die Tochter ins Wasser, danach wir Erwachsenen und zum Schluss der Hund", lacht Emmi Märtens, die von ihren beiden Enkeltöchtern liebevoll "Dadda" genannt wird.
Die Jubilarin hatte immer gut zu tun. Gemüsegarten, Hühner, Hunde und Katzen - Langeweile kam bei den Märtens nie auf. Gerne wurde gefeiert, Höhepunkte waren die jährlich stattfindenden Maskeraden. "Wir waren richtig fröhlich, obwohl wir nicht viel hatten", sagt Emmi Märtens. 1956 gründetet sie den Frauenchor mit, bis zu ihrem 90. Lebensjahr ging sie gerne kegeln. In den Urlaub zog es sie vor allem nach Amrum. Ihr Mann Konrad verstarb kurz vor der Goldenen Hochzeit des Paares.
Trotz ihrer 100 Jahre lebt Emmi Märtens noch immer im eigenen Haushalt. Jeden Tag wird gekocht, Zeitung gelesen und abends werden die Nachrichten eingeschaltet. Auch ein kleiner Spaziergang darf nicht fehlen. Gemeinsam mit Tochter Erika erledigt Emmi Märtens den Wocheneinkauf und geht ab und an auch gerne mal shoppen. Und auch wenn sie gerne schon um zehn ins Bett geht, geschlafen wird dann noch lange nicht. "Ich lese manchmal bis eins, wenn es spannend ist", erzählt sie und lacht zufrieden.
Ihren Geburtstag feiert Emmi Märtens mit der ganzen Familie. Für die Zukunft wünscht sie sich vor allem Gesundheit. Und was rät sie anderen, die auch 100 Jahre alt werden wollen? "Viel Bewegung und Lebensfreude!"