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Fortbildungen, Seminare, politische Vernetzung: Die Landfrauen haben viel zu bieten

Wollen die Landfrauen auf Kreisebene in Schwung bringen: die Vorstandsmitglieder (v. li.): Britta Meyn, Hilke Koch, Martina Wiegers, Sybille Kahnenbley, Heike Dittmer und Magret Riedel
kb. Landkreis. "Uns geht es wie anderen Vereinen auch, wir müssen um neue Mitglieder kämpfen." Das sagt Sybille Kahnenbley, Vorsitzende des Kreisverbandes der Landfrauenvereine im Landkreis Harburg. Die Zeiten, in denen die Mitgliedschaft für Frauen auf dem Land obligatorisch war, sind längst vorbei. "Unser Altersdurchschnitt liegt derzeit bei 66", sagt Kahnenbley. Sie setzt gegen das verstaubte Image der Landfrauen ein interessantes und vielfältiges Angebot. "Wir müssen attraktiv sein, damit wir auch jüngere Frauen zu uns holen", so die Vorsitzende.
Was viele nicht wissen: Die Landfrauen sind mit rund 500.000 Mitgliedern der größte Verband in ganz Deutschland für Frauen im ländlichen Raum. Der Niedersächsische Landfrauenbund ist bundesweit der mit den meisten Mitgliedern. Rund 70.000 Frauen gehören dazu. Kahnenbley räumt dabei gleich mit einem Vorurteil auf: "Wir sind kein Organ nur für Bäuerinnen, wir sind für alle Frauen, die auf dem Land leben, da!"
Der Spagat, den die Landfrauen-Vereine leisten müssen, wird schon in ihrem Slogan "Aus Tradition modern" deutlich. Um für ein möglichst breites Publikum interessant zu sein, bieten die Landfrauen-Vereine deshalb auch ganz unterschiedliche Veranstaltungen an. Von Seminaren zum Thema "Was tun, wenn der Betriebsleiter ausfällt", Kursen, in denen die Frauen lernen, mit wenigen Handgriffen ein Fahrrad zu flicken, über Vorträge zum Thema Religion oder Info-Veranstaltungen zur Energiewende bis hin zu Ausflügen und Tagesfahrten. "Das Programm ist wirklich bunt", sagt Kahnenbley. Die Landfrauen bieten zudem Fortbildungen u.a. zur zertifizierten Fachhelferin in der Altenpflege oder zur Seniorenbegleiterin an. Neu angedacht ist ein Kursus in Haushaltsökonomie. Auch auf politischer Ebene sind die Landfrauen gut vernetzt. Einige Landfrauen-Vereine veranstalten natürlich auch - wie das Vorurteil es will - Kochkurse. "Darüber haben wir lange diskutiert, ob wir das machen wollen", sagt Sybille Kahnenbley. "Wir sind nämlich viel mehr als Kochen und Backen."
Allen, die Interesse haben, rät Kahnenbley, einfach mal bei den Landfrauen vorbei zu schauen. Im Moment sei ein besonders guter Zeitpunkt, Landfrau zu werden. "Viele Vereine bereiten jetzt ihr neues Programm vor, da kann man sich direkt informieren, was künftig angeboten wird."
• Alle Informationen zu den Landfrauen im Kreis finden Sie auf http://www.landfrauen-kreis-harburg.de.