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Frauenrechte sind Menschenrechte: 16-Tage-Kampagne gegen Gewalt an Frauen

Machen sich stark gegen Gewalt: die Gleichstellungsbeauftragen im Landkreis Harburg (v. li.) Sabine von Xylander (Seevetal), Andrea Schrag (Landkreis), Gerlinde Jörg (Jesteburg), Maren Altmann (Tostedt) und Birthe Gutjahr (Winsen) (Foto: Iris Brandes)
kb. Landkreis. Bereits zum dritten Mal zeigt der Landkreis Harburg jetzt Flagge und setzt sich für die Rechte von Frauen und Mädchen ein. Am heutigen Samstag startet die 16-Tage-Kampagne „Gegen Gewalt an Frauen – Frauenrechte sind Menschenrechte“. Die Kampagne, an der sich zahlreiche Menschen und Institutionen aus dem ganzen Kreisgebiet mit Angeboten beteiligen, verbindet den Internationalen Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ am 25. November mit dem Tag der Menschenrechte am 10. Dezember.
Statistisch gesehen ist jede vierte Frau in Deutschland von Gewalt betroffen. Im Landkreis Harburg gab es 2017 bereits über 300 Polizeieinsätze wegen häuslicher Gewalt. Dabei spielen weder Alter noch Herkunft eine Rolle. Dennoch wird viel zu oft über Gewalt gegen Frauen geschwiegen. Die Folge: Betroffene Frauen scheuen sich davor, Hilfe zu suchen oder wissen nicht, an wen sie sich wenden können. „Genau hier setzt die 16-Tage-Kampagne an. Wir wollen das Tabu brechen und bringen über zwei Wochen lang die Thematik Gewalt gegen Frauen an die Öffentlichkeit“, sagt die Initiatorin Andrea Schrag, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Harburg. Viele verschiedene Veranstaltungen und Aktionen wurden gemeinsam mit den Gleichstellungsbeauftragten in den Städten und Gemeinden zusammengestellt. Vorträge, Filmvorführungen, Expertentelefone zu Häuslicher Gewalt als auch Gewalt in der Pflege, Selbstbehauptungskurse, Ausstellungen und vieles mehr stehen dieses Jahr wieder auf dem Programm.
Als Schirmfrau konnte Andrea Schrag dieses Jahr die Schauspielerin und "Terre des Femmes"-Botschafterin Sibel Kekilli gewinnen. Seit 2004 ist Kekilli Botschafterin von "Terre des Femmes" und setzt sich engagiert für Frauenrechte ein. Dafür wurde ihr 2017 das Bundesverdienstkreuz verliehen. „Sich für Frauenrechte einzusetzen, ist leider immer noch nötig und aktueller denn je. Als öffentliche Person sehe ich es deshalb als meine Pflicht an, gegen diesen Missstand meine Stimme zu erheben“, so Sibel Kekilli.
Sie unterstützt die Kampagne der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Harburg gern. „Gewalt gegen Frauen findet überall statt. Es geht darum, Aufmerksamkeit zu generieren, Frauen Mut zu machen und die größtmögliche Unterstützung anzubieten.
Die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten haben sich dieses Jahr ein Schwerpunktthema gesetzt: Die Beratungsstelle bei Häuslicher Gewalt (BISS) darf laut Landesförderrichtlinie nur Erstberatungen durchführen und soll dann ins Hilfesystem weitervermitteln. Das Problem: Im Landkreis Harburg gibt es für die betroffenen Frauen kein adäquates und bedarfsgerechtes Unterstützungsangebot in das verwiesen werden kann. Am Donnerstag, 30. November, findet in Nenndorf um 9.30 Uhr eine Veranstaltung zu diesem Thema statt. Anmeldung unter Gutjahr@stadt-winsen.de
Alle Informationen zu den weiteren Veranstaltungen finden Interessierte in einer umfassenden Broschüre, die in vielen öffentlichen Institutionen ausliegt oder bei Andrea Schrag per E-Mail a.schrag@lkharburg.de bestellt werden kann. Das Programm kann auch unter http://www.landkreis-harburg.de/16-tage-kampagne eingesehen werden.