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Für das Studio Maschen geht es "back to the roots"

Wartet gut gelaunt auf die Umzugshelfer: Alexander Menke
kb. Maschen. Laut Truck Stop fängt hier der Wilde Westen an: Im legendären Studio Maschen gaben sich alle die Klinke in die Hand. AC/DC, Boney M., Udo Lindenberg, Reinhard Mey, James Last, Peter Maffay oder Truck Stop, sie alle nahmen ihre Songs im Tonstudio der Familie Menke auf. Jetzt geht es für Alexander Menke (48), Sohn des Studio-Gründers Joe Menke, zurück zu den Wurzeln: „Ich verkaufe das große Studio und mache ab dem kommenden Jahr da weiter, wo mein Vater einst angefangen hat.“
Joe Menke gründete Mitte der 1960er Jahre im Keller seines Hauses in Maschen gemeinsam mit einem Kumpel eines der ersten privaten Tonstudios Deutschlands. Das schlug ein wie eine Bombe, schnell gingen die Musiker ein und aus. Und für die Familie hieß es hier und da Rücksicht nehmen. „Als Kinder mussten wir immer aufpassen, dass wir nicht durchs Wohnzimmer toben und hopsen, damit wir die Plattenaufnahme im Keller nicht versauen“, erinnert sich Alexander Menke, der quasi zwischen Musikstars und dem Mischpult groß wurde.
Früh wurde Menke von der Leidenschaft seines Vaters angesteckt. Anfang der 1970er Jahre zog das Tonstudio in größere Räumlichkeiten am Maschener Rübenkamp um. Hier war viel Platz für Chor- und Orchesteraufnahmen. Alexander schaute genau zu, wie die Profis den Sound am Mischpult perfektionierten und stand irgendwann selbst am Regler. Eine richtige Ausbildung brauchte er dafür nicht. „Ich bin ein reiner Autodidakt“, so Menke.
Auf die Zukunft im neuen alten Studio freut sich der Musikproduzent. „Für mich schließt sich dadurch ein Kreis“, sagt Menke. Die Technik aus dem großen Studio nimmt er übrigens mit. Kein ganz unkompliziertes Unterfangen, „Das Mischpult wiegt ohne Regler und den ganzen Kram immer noch gut 250 Kilo“, erzählt der Maschener. Den Transport regelt eine Spezialfirma. Aber der Aufwand lohnt sich: „Die Technik hat eine super Qualität, wir werden weiterhin sowohl analog und digital aufnehmen“, so der Studio-Betreiber. Und auch die Sixties-Bar darf bleiben. „An dem Tresen haben Boney M. einen gehebelt, das ist ein echtes Original“, freut sich Menke.
Für ihn ist der Umzug kein Rückschritt, sondern der aktuellen Entwicklung in der Musik-Industrie geschuldet: „Orchester-Aufnahmen sind selten geworden, man braucht heutzutage einfach weniger Platz“, so Menke. Einziger echter Wermutstropfen: Mit den Partys, die regelmäßig im Studio Maschen stattfanden, ist jetzt auch Schluss. Die Immobilie am Rübenkamp will Menke verkaufen. Doch die Freude auf das neue alte Studio überwiegt. Menke: „Die ersten Musiker drängeln schon und warten darauf, dass es endlich los geht!“