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Gelebte Integration: Seevetalerin stellt privaten Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung

Beate Müller mit den beiden Syrern Mustafa Alnajar (re.) und Khaled Zarifa (Foto: Gemeinde Seevetal)
kb. Seevetal. Der Kaffeetisch ist gedeckt, für Mustafa Alnajar und Khaled Zarifa, die beiden Flüchtlinge aus Syrien, ist so etwas wie Normalität eingekehrt, seitdem sie in einer richtigen Wohnung leben – im Haus der Seevetalerin Beate Müller.
Engagierte Nachbarn hatten Beate Müller aus Ramelsloh auf die Idee gebracht. Sie wollte den im Ort ankommenden Flüchtlingen schon länger helfen, nahm an den Treffen im Ort teil, mit denen sich die frisch gegründete ehrenamtliche Flüchtlingsinitiative anfangs auf die Ankunft der rund 90 Flüchtlinge in Ramelsloh vorbereitete. Als die ersten Asylbewerber ein dreijähriges Bleiberecht erhielten und aus dem Container ausziehen konnten, hatte Beate Müller Platz: Eine kleine Mietwohnung in ihrem Haus stand leer. Und sie erinnert sich noch gut daran, wie die Situation nach dem zweiten Weltkrieg war. „Viele haben vergessen, wie es den eigenen Eltern und Großeltern nach dem letzten Krieg ging. Integration muss man wollen“, sagt Beate Müller. „Anfangs hatte ich auch Ängste, doch dann habe es einfach ausprobiert.“
Wie wichtig ein abgeschlossener Wohnraum mit Rückzugsmöglichkeiten für eine gelingende Integration der Geflüchteten ist, weiß auch Martina Ostwald von der Kontaktstelle Asyl und Sozialarbeit der Gemeinde Seevetal, doch genau an diesem Punkt wird es für die Menschen oft schwierig. „In nahezu der gesamten Gemeinde fehlt es nicht nur an Wohnraum, sondern auch an Vermietern und Maklern, die Flüchtlingen eine Chance auf eine Wohnung geben“, so Ostwald.
Beate Müller freut sich über die vielen positiven Erfahrungen, die sie seit dem Einzug der beiden jungen Männer gemacht hat. Seit August wohnt Mustafa Alnajar bei ihr, der seit eineinhalb Jahren in Deutschland ist. Der 29-jährige wird sein Maschinenbau-Studium hier wohl nicht wieder aufnehmen können, er hofft aber auf einen Ausbildungsplatz. Im Dezember kam dann der 22-jährige Khaled Zarifa dazu, er lebt seit neun Monaten in Deutschland. Der ehemalige Jurastudent möchte in Deutschland gern eine Ausbildung zum Automechaniker machen, bald beginnt er ein Praktikum in einer Werkstatt.
Die beiden Syrer teilen sich den Wohnraum, eine kleine Küche und ein Bad und kümmern sich gemeinsam ums Kochen und Putzen, machen viel Sport besuchen Sprachkurse und üben Deutsch. Hin und wieder ist Beate Müller eingeladen, die köstlichen Gerichte aus der Heimat der beiden zu kosten und ist jedes Mal begeistert über die Vielfalt der Aromen.
„Ich freu mich einfach, dass ich hier in dem großen Haus nicht mehr allein leben muss und wir alle von dieser Lösung profitieren“, sagt Beate Müller. Für Mustafa Alnajar und Khaled Zarifa hat sich durch den Wohnortwechsel die Chance auf Integration jedenfalls verbessert - ein Weg, auf dem sie auch weiterhin von engagierten Ehrenamtlichen begleitet werden.