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Größenwahn beim TuS Fleestedt? WOCHENBLATT-Leser kritisiert Pläne des Vereins

So soll das Sportzentrum am Mühlenweg in Fleestedt aussehen (Foto: MRO/Gemeinde Seevetal)
kb. Fleestedt. Der Bau des Sportzentrums Seevetal ist eines der wohl umstrittensten Projekte, das in den vergangenen Jahren in Seevetal auf dem politischen Tableau stand (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach). Lange hatte der TuS Fleestedt um ein neues Sportzentrum gekämpft, weil die Kapazitäten auf den eigenen Anlagen nicht mehr ausreichen. Viele Sportangebote finden derzeit noch quer über die Gemeinde Seevetal verteilt auf den Sportanlagen anderer Vereine statt. Für Bauchschmerzen sorgten aber die Kosten für das Projekt in Höhe von rund 7,9 Millionen Euro. Dennoch beschloss der Gemeinderat im Dezember 2012 mit breiter Mehrheit den Bau der Anlage, die u.a. eine Sporthalle, zwei Fußballplätze und vier Tennisfelder umfasst.
Um zu verdeutlichen, dass die neuen Anlagen allen Seevetaler Vereinen zur Verfügung stehen sollen, wurde das Projekt von "Sportzentrum Fleestedt" auf "Sportzentrum Seevetal" umbenannt. Für WOCHENBLATT-Leser Hans H. Philipp aus Meckelfeld, der sich nach dem Artikel "Ärmel sind hochgekrempelt" über die Zukunftspläne des TuS Fleestedt mit einem Brief an die Redaktion wandte, ist das reine Augenwischerei. "Jetzt endlich lässt der TuS Fleestedt die Katze aus dem Sack und gibt seine wahren Absichten zu erkennen", schreibt Hans H. Philipp. Hier sein Brief in Auszügen:
"Nachdem der Gemeinderat dem TuS Fleestedt auf Kosten der Steuerzahler ein großzügiges Geschenk gemacht hat, will der sich nun offensichtlich zu einem der größten Vereine im Landkreis Harburg entwickeln. Die Mitgliederzahl soll sich bis 2017 von jetzt 1.600 auf 2.500 erhöhen. Wie soll das gehen? Bei einer Einwohnerzahl im Einzugsbereich von ca. 6.300 kaum vorstellbar! Warum nur diese eklatante Vergrößerung? Durch Erweiterung des Angebotes u.a. auf Trendsportarten, Kurse für Ernährungsberatung oder sportliche Freizeitgestaltung? Auch ein moderner Sportverein muss dies nicht unbedingt alles anbieten.
Vielleicht wäre in dieser Richtung auch mal eine Absprache mit den umliegenden Seevetaler Vereinen angeraten. Wenn ich mir die Aktivitäten des TuS so ansehe, befürchte ich sogar, dass der Name 'Sportzentrum Seevetal' doch bald in 'Sportzentrum Fleestedt' umbenannt werden kann. Die Gemeinde ist dem Vorstand des TuS auf den Leim gegangen und hat mit der Vergabe des Erstzuschlagsrechtes für die Belegzeiten an den Verein einen großen Fehler begangen. Wenn der Verein mit dem geplanten Mitgliederzuwachs alle Zeiten ausgeschöpft hat, wird für die anderen Seevetaler Vereine nicht mehr viel übrig bleiben. Und genau das wollten meiner Ansicht nach der Vereinsvorsitzende Walter Hagemann und Vorstandskollegen: faktisch Alleinherrscher im 'Sportzentrum Seevetal'. Also doch ein bisschen Größenwahn?"
• Was denken Sie? Ist Hans H. Philipps Kritik berechtigt oder glauben Sie, dass alle Sportvereine in Seevetal vom neuen Sportzentrum profitieren werden? Schreiben Sie und Ihre Meinung an kb@kreiszeitung.net.