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Heile Welt aus Plastik: Playmobil-Sonderausstellung am Kiekeberg

Stefan Zimmermann (li.), zukünftiger Direktor des Freilichtmuseums, und Alexander Eggert (re.), Abteilungsleiter Volkskunde, freuen sich, dass Oliver Schaffer am Kiekeberg ausstellt
 
Weihnachtsmarkt-Idylle in Miniatur-Format
kb. Rosengarten. Neandertaler und Römer, Prinzessinnen und Drachen, Raumfahrer und Cowboys, Zirkuskünstler und Seefahrer: Wer in fantasievolle Spielzeugwelten eintauchen will, der ist im Freilichtmuseum am Kiekeberg genau richtig. Noch bis zum 25. Februar läuft dort die frisch eröffnete Sonderausstellung "Playmobil - Spielgeschichte(n)", in der Sammler und Kurator Oliver Schaffer einen Teil seiner insgesamt 20.000 Figuren und ca. 100.000 Einzelteile umfassenden Playmobil-Sammlung präsentiert.
Schaffer, Jahrgang 1978 und beruflich als Casting Supervisor für AIDA Cruises tätig, ist seit frühester Kindheit mit dem Playmobil-Virus infiziert. "Mit drei Jahren bekam ich von meinem Vater mehrere Sets geschenkt", erinnert er sich. Der kleine Oliver, der großer Zirkus-Fan war, ließ seiner Fantasie freien Lauf. Er kreierte eine eigene Welt mit Artisten, Clowns und Tieren und weil es noch kein Playmobil-Zirkuszelt gab, baute sein Vater ihm eines. "Jedes Wochenende mussten sich meine Eltern dann meine eineinhalbstündigen Zirkus-Programme ansehen - mit passender Musik, aufgenommen auf dem Kassettenrekorder", erzählt er. Sein komplettes Taschengeld investierte der Junge in sein Lieblingsspielzeug.
Mit 14 Jahren ebbte die Leidenschaft für Playmobil ab. Bis eine Firmenvertreterin ihn 2002 anrief. "Ich hatte als Kind mal ein Foto von meinem Zirkus an Playmobil geschickt und wurde gefragt, ob ich meine Sammlung zum 30-jährigen Firmenjubiläum in einer Ausstellung im historischen Museum Speyer zeigen will", berichtet Oliver Schaffer. So kam es, dass "Zirkus Oliver" 2004 zuerst in Speyer und später in anderen Städten aufgebaut wurde - und Oliver Schaffers Playmobil-Virus wieder voll ausbrach. Der Ritterschlag für ihn erfolgte 2009 mit einer Ausstellung im "Musée des Arts décoratifs" im Westflügel des Pariser Louvre. "Es war schon ein toller Moment, als die Zirkuswelt meiner Kindheit in diesem ehrwürdigen Haus entstand", sagt Schaffer.
Nach Paris folgten viele weitere Anfragen. Mehr Exponate als am Kiekeberg hat Oliver Schaffer jedoch noch in keiner seiner Ausstellungen gezeigt. Insgesamt 16 Themenwelten aus fünf Jahrzehnten Playmobil entführen die Besucher u.a. in die Zeit der Dinosaurier, eine Stadt um 1900 und einen Prinzessinnentraum. Die Sammlung umfasst sowohl historische Themen, Alltagswelten wie auch Fantasy-Motive. Dabei scheut sich Oliver Schaffer auch nicht, das eine oder andere Original-Spielzeug umzufunktionieren. So wurde z.B. ein Einkaufszentrum zur NASA-Station umgebaut. Auch eine Sammlung berühmter Personen im Playmobil-Format wird gezeigt.
Danach gefragt, was ihn an Playmobil begeistert, muss Oliver Schaffer nicht lange überlegen: "Playmobil bietet eine tolle Projektionsfläche, regt die Fantasie an, jede Figur ein hat ein Lächeln im Gesicht. Playmobil ist einfach ein Stück heile Welt."
Die Sonderausstellung am Kiekeberg ist im Rahmen der Dauerausstellung "Spielewelten" noch bis zum 25. Februar zu sehen. Der Eintritt ins Freilichtmuseum kostet 9 Euro, unter 18 Jahren frei. Infos: http://www.kiekeberg-museum.de .