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Hörsten: "Hier muss was passieren"

Hoffen, dass Plakate Auto- und Lkw-Fahrer zur Vernunft bringen (v. li.) John, Corinna Martens, Luana, Paulina und Reiner Ohms

Immer mehr Autos und Lkw rasen durch Hörsten / Anwohner appellieren an die Vernunft der Fahrer

kb. Hörsten. "Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer, hier muss dringend etwas passieren", sagt Corinna Martens aus Hörsten. Die Mutter zweier kleiner Kinder hat die Nase voll davon, dass immer mehr Autos durch den kleinen Ort rasen. Obwohl im Dorf selber nur rund 600 Menschen leben, fahren täglich zwischen 2.500 und 3.000 Autos durch Hörsten - Tendenz steigend. Besonders wenn es auf der A1 zu Staus kommt, fahren viele Pendler und Lkw-Fahrer lieber über Deichstraße und Grüner Damm Richtung Harburg bzw. Maschen, als Wartezeiten in Kauf zu nehmen. "Wir vermuten aber auch, dass immer mehr Navigationsgeräte die Strecke empfehlen", so Reiner Ohms, ein Nachbar von Corinna Martens.
Doch nicht nur das steigende Verkehrsaufkommen - besonders zu den Stoßzeiten - sorgt für Unmut bei den Hörstenern. "Auto- und Lkw-Fahrer halten sich sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung", weiß Corinna Martens. Auf der Deichstraße ist eigentlich nur Tempo 30 erlaubt - vernünftig auf der engen und zum Teil schlecht einzusehenden Straße, Lkw über 3,5 Tonnen dürfen die Strecke sogar gar nicht nutzen. Doch das interessiert die meisten der Durchfahrenden nicht. "Kein Wunder, dass inzwischen viele Hörstener Angst um ihre Kinder haben", erzählt Corinna Martens. Ihre Tochter Luana (7) muss auf dem Weg zum Schulbus die betroffene Strecke theoretisch dreimal überqueren, wenn sie nicht auf der Straße laufen will, denn einen Fußweg gibt es nur auf einer Seite, oben auf dem Deich. "Da muss man wirklich aufpassen, weil die Autos richtig um die Kurve sausen", weiß die Grundschülerin.
Die Seevetaler Verwaltung prüft schon seit einiger Zeit, welche Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung für Hörsten in Frage kämen, aktuell gibt es den Vorschlag, an zwei Stellen sogenannte "Berliner Kissen" zu errichten. "Das würde das Problem aber auch nicht lösen", ist sich Reiner Ohms sicher. Dass den Hörstenern das Thema unter den Nägeln brennt, wurde kürzlich auf einer gut besuchten Bürgerversammlung deutlich. "Wir alle wünschen uns, dass die Gemeindeverwaltung an der Sache dran bleibt und ein vernünftiges Konzept entwickelt", so Ohms.
Corinna Martens und ihre Mitstreiter wollen aber auch an die Vernunft der Auto- und Lkw-Fahrer appellieren. Sie haben an der Strecke jetzt selbst gemalte, leuchtend bunte Hinweisschilder aufgestellt, um die Durchfahrenden auf Tempo 30 und Schulweg aufmerksam zu machen. "Wir hoffen, dass nicht immer erst etwas schlimmes passieren muss, bevor sich etwas ändert", so die Mutter.