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"Ich hab die Schnauze voll": Ärger über Trucker-Hinterlassenschaften

Ein Griff in den Papiercontainer und schon hält Claus Neugebauer den Müll eines Lkw-Fahrers in der Hand
 
PET-Flaschen, Essensreste, Plastiktüten - nichts von alledem gehört ins Altpapier
kb. Seevetal. "Gucken Sie sich das an, das stinkt doch zum Himmel!" Claus Neugebauer aus Seevetal hat die Nase gestrichen voll. Wenn er die blauen Altpapiercontainer an seiner Gewerbe-Immobilie am Hittfelder Kirchweg in Maschen öffnet, schlagen ihm Gestank und Fliegenschwärme entgegen. Den Grund dafür muss man nicht lange suchen. Einige der Tonnen sind voll von den Hinterlassenschaften der Lkw-Fahrer, die am Wochenende im Gewerbegebiet in Maschen parken. Konservendosen, Toastbrot, Käse, Mayonnaise-Flaschen, Getränke-Behälter, Zigarettenkippen - so ziemlich alles, was nicht in die Altpapier-Tonne gehört, liegt drin. "Deswegen werden die blauen Tonnen zum Teil auch schon seit Wochen nicht mehr geleert", erzählt Claus Neugebauer. Teilweise finde der Müll noch nicht einmal den Weg in die Tonne. "Dann liegt alles davor."
Der zugemüllte Papiercontainer ist nicht sein einziges Problem. "Die Lkw-Fahrer erleichtern sich auf den Grünflächen", berichtet Neugebauer. "Erst neulich bin ich mit meinem Rasenmäher in einen Haufen Kot gefahren. Ich hab die Schnauze voll." Und es gibt noch einen weiteren Punkt, der Neugebauer sauer macht: "Wir haben hier an der Straße einen Hydranten, der nicht selten von Lkw zugeparkt wird. Was ist, wenn es brennt und der Lkw-Fahrer ist nicht in der Nähe? So schnell kriegt die Feuerwehr einen 20-Tonner nicht weggeschleppt."
Für ihn sieht die Lösung ganz einfach aus. "Hier könnte die Gemeindeverwaltung doch ein Parkverbot einrichten", sagt Neugebauer. "Dann würde sich auch das Problem mit dem Müll erledigen." Die Lkw-Fahrer kämen nämlich weder aus Seevetal noch führen sie hiesige Firmen an. "Das sind häufig Osteuropäer, die übers Wochenende nicht weiterfahren dürfen und dann hier pausieren", berichtet Neugebauer von seinen Beobachtungen.
Von der Gemeinde fühlt er sich mit seinem Anliegen bisher nicht wirklich ernst genommen. "Ich bekam den Tipp, dass ich die Mülltonnen wegstellen oder mit einem Schloss versehen soll", erzählt er. Für ihn keine Option: "In meinem Haus sind mehrere Firmen, die alle die Tonnen nutzen. Sollen alle Mitarbeiter einen Schlüssel bekommen, und die Müllabfuhr womöglich auch noch? Das ist doch überhaupt nicht praktikabel!"
Doch etwas anderes wird Claus Neugebauer wohl nicht übrig bleiben, wenn er künftig verhindern will, dass Lkw-Fahrer seine Papiercontainer zumüllen. "Wir kennen diese Situation auch aus anderen Orten, aber wir können daran als Verwaltung wenig ändern", sagt Gemeindesprecher Andreas Schmidt. "Wir appellieren an die Betroffenen, die Tonnen so aufzustellen, dass sie nicht frei zugänglich sind, und bitten Betriebe, die von den Fahrern angefahren werden, ausreichend Infrastruktur zur Verfügung zu stellen." Grundsätzlich sei nicht vorgesehen, in Gewerbegebieten Parkverbote für Lkw auszuweisen.
Immerhin: Das Problem mit dem zugeparkten Hydranten ist die Gemeinde nach der WOCHENBLATT-Anfrage zügig angegangen: Hier wird künftig eine auf der Fahrbahn aufgebrachte Zick-Zack-Markierung auf ein Halteverbot hinweisen. Außerdem soll es im November ein Treffen aus den verschiedenen Verwaltungsabteilungen geben, um die Gesamtsituation zu erörtern.