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Idee sollte Schule machen

Nicole Krüger (hinten am Flipchart) arbeitet gemeinsam mit Flüchtlingen und Unterstützern an der Willkommensmappe (Foto: Krüger)

Ehrenamtliche der Flüchtlingshilfe in Fleestedt erstellen "Willkommensmappe" / Wer hilft beim Druck?

kb. Fleestedt. Stellen Sie sich vor, Sie kommen an einem fremden Ort an, in dem Sie nun auf unbestimmte Zeit leben sollen. Sie sprechen die Sprache der Einheimischen nicht, brauchen etwas zu essen, wissen aber nicht, wo sich der nächste Supermarkt befindet. Und am Fahrkartenautomat verstehen Sie nur "Bahnhof". So oder ähnlich muss es für viele Flüchtlinge sein, die derzeit in der Region ankommen. Nicole Krüger und ihre Mitstreiter von der Flüchtlingshilfe Fleestedt hatten da eine zündende Idee: Sie erstellen derzeit eine Willkommensmappe.
"In der Mappe fassen wir die wichtigsten Informationen, die die Flüchtlinge bei ihrer Ankunft benötigen, zusammen", erzählt Nicole Krüger. Zwanzig Themenbereiche haben die Ehrenamtlichen gemeinsam mit den bereits in Fleestedt lebenden Asylbewerbern erstellt. "Es war uns ganz wichtig direkt von den Flüchtlingen zu erfahren, was sie gerne bei ihrer Ankunft erfahren hätten", sagt Krüger. Auf manche Frage wären die Seevetaler dabei gar nicht gekommen. "Die Flüchtlinge wollten z.B. wissen, wie viele Menschen in der Gemeinde und im Ort leben und wo Seevetal überhaupt liegt", berichtet die Unterstützerin. "Wichtig ist auch, darüber zu informieren, wo die Flüchtlinge günstig einkaufen können, wie sie eine Fahrkarte lösen, wo sie Zugang zu WLAN haben oder was sie in der Freizeit unternehmen können." Doch die Fleestedter Flüchtlingshilfe sammelt nicht nur Informationen. "Wir übersetzen die Flüchtlingsmappe in mehrere Sprachen, darunter Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi", erklärt Nicole Krüger. In der Willkommensmappe sollen die Erklärungen auf Deutsch der Übersetzung in die jeweilige Sprache gegenüberstehen. "So bekommen die Flüchtlinge nicht nur die wichtigsten Infos, sondern können gleich auch ein paar Vokabeln lernen", so Krüger. Auch ein Stadtplan und ein Kugelschreiber werden in der Mappe zu finden sein.
Dank vieler Helfer schreitet die Arbeit an der Willkommensmappe gut voran, Unterstützung sucht die Flüchtlingshilfe allerdings noch beim Druck. "Wenn uns dabei jemand helfen könnte, vielleicht sogar mit professionellem Equipment, das wäre toll", so Nicole Krüger. Zunächst sollen 120 Exemplare gedruckt werden, jeweils mit ca. 15 bis 20 Seiten. Die Mappe soll auf jeden Fall fertig sein, wenn die Flüchtlinge voraussichtlich im November die neue Unterkunft in Fleestedt beziehen.
• Wer das beispielhafte Projekt unterstützen möchte, wendet sich an die Koordinatorin Nicole Krüger, Tel. 0174 - 9283717. Sie organisiert gemeinsam mit Anke Hemmers (Tel. 0157 - 73905969) die Flüchtlingshilfe in Fleestedt und leitet die Gruppe "Freizeit".