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Improvisationstalent ist gefragt: Fußballplatz am Sportzentrum Fleestedt noch immer nicht bespielbar / Weitere Mängel

Vereinsvorsitzender Walter Hagemann (li.) und TuS-Pressesprecher Rüdiger Otto in der neuen Sporthalle
kb. Fleestedt. Die Freude im vergangenen Sommer über die Fertigstellung des neuen Sportzentrums Seevetal in Fleestedt war groß, inzwischen ist sie in Teilen einer leichten Ernüchterung gewichen. Denn trotz aller Vorteile, die das Sportzentrum, das die Gemeinde rund acht Millionen Euro gekostet hat, den Vereinen bietet, hakt es auch ein halbes Jahr nach der Eröffnung an manchen Ecken noch ganz gewaltig.
Größtes Problem ist der von Beginn an nicht bespielbare Fußballplatz Nord. "Schon im Juni war auf dem Platz Land unter", erinnert sich der TuS-Fleestedt Vorsitzende Walter Hagemann. Ursache laut Gemeindesprecher Andreas Schmidt: Die Baufirma habe den Platz nicht entsprechend der dort herrschenden Bodenverhältnisse erstellt. Umgehend wurde die Firma beauftragt, die Mängel zu beheben. Im Zuge dieser Maßnahme wurden Drainage-Schlitze geschaffen, um das Problem mit dem Oberflächenwasser zu lösen. Da beim Verfüllen jedoch das falsche Material verwendet wurde, musste selbiges wieder entfernt und die Schlitze ein zweites Mal verfüllt werden, berichtet Schmidt.
So weit so gut, könnte man denken. Doch dann gab es Probleme mit dem Rasen: Der hätte die Drainage-Schlitze eigentlich begrünen sollen, wuchs aber nicht an. Zu allem Überfluss sackte auch noch der Boden ab. "Uns blieb bisher nichts anderes übrig, als einen Teil der Mannschaften wieder auf den alten Sportplatz in Fleestedt zurückzuverlegen", sagt Walter Hagemann. Glücklicherweise hätten dort noch nicht die Baumaßnahmen für das neuen Baugebiet begonnen. Zum Start der Fußball-Freiluftsaison soll der neue Platz nun endlich bespielbar sein. Immerhin: An den Kosten dafür muss sich die Gemeinde und damit letztlich der Steuerzahler nicht beteiligen. "Die trägt das ausführende Unternehmen", so Andreas Schmidt.
Ein weiteres Problem ist die umlaufende Barriere um den zweiten Fußballplatz. Hier hat der Fußballverband angemahnt, dass das Gestänge unterbrochen sein muss, u.a. um ein Auflaufen der Fußballmannschaften zu ermöglichen. Derzeit müssen sich die Spieler unter der Stange hindurch ducken, um auf den Platz zu kommen. Oder sich darüber hinweg schwingen. Beides nicht wirklich im Sinne des Erfinders. Laut Gemeindesprecher Schmidt habe die ausführende Firma die umlaufende Stange in Wissen von Gemeinde und Sportverein angebracht, die Beseitigung des Problems gehe deshalb zu Lasten der Steuerzahler. Die Kosten liegen im unteren vierstelligen Bereich, so Schmidt.
Wenig elegant ist derzeit auch die Zwischenlösung an der Eingangstür zum Sportzentrum: Hier sorgt ein Holzklotz dafür, dass die Tür nicht zuschlägt bzw. der Türrahmen nicht beschädigt wird. Denn das sind die beiden Alternativen. "Es fehlt die Einstellungsmöglichkeit, die Tür von außen ohne Schlüssel zu öffnen, wenn sie einmal zugefallen ist", erzählt Walter Hagemann. Stellt man den Schnapper so ein, dass er ein Zufallen der Tür verhindert, knallt er so gegen den Rahmen, dass dieser beschädigt wird.
"Wir wollen wirklich nicht nur klagen, das Sportzentrum bietet tolle Möglichkeiten und die Sportler sind sehr zufrieden", sagt Walter Hagemann. Doch ein wenig Kritik müsse erlaubt sein. "Es sind einfach viele Kleinigkeiten, die hier zusammen kommen", so der Vorsitzende. Er hofft nun, dass die wesentlichen Probleme schnell gelöst werden - damit im Sportzentrum endlich nur noch Ausdauer und Fitness und nicht mehr das Improvisationsvermögen der Seevetaler Sportler gefordert sind.

Kommentar:

Ein bisschen peinlich ist da schon

Fast acht Millionen Euro hat sich die Gemeinde Seevetal den Bau des Sportzentrums in Fleestedt kosten lassen - nun werden Sportler und Besucher von einer, einen spaltbreit aufstehen Eingangstür begrüßt, in der ein kleiner Holzklotz klemmt. Ein bisschen peinlich ist das schon. Vor allem, weil dieser Zustand nun schon seit einem halben Jahr herrscht. Auch die Geschichte des Sportplatzes Nord liest sich wie ein schlechter Scherz. Dass einige Fußballmannschaften noch immer auf dem alten Platz trainieren müssen, hätte sich im vergangenen Sommer niemand vorstellen mögen. Für Gemeindesprecher Andreas Schmidt halten sich die vorhandenen Mängel in Relation zur Größe des Projektes im Rahmen. Ich finde, umgekehrt wird ein Schuh draus: Gerade bei einem so großen, millionenschweren und stark umstrittenen Projekt wie dem Sportzentrum hätte von Beginn an alles daran gesetzt werden müssen, dass alles perfekt funktioniert und Schäden so schnell wie möglich behoben werden. Katja Bendig