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"Jetzt wehren wir uns!": Anwohner in Klein-Moor kämpfen gegen Pendlerverkehr

Brigitte Heitmann (li.) und ihre Nachbarn haben die Nase voll. Mit Plakaten machen sie jetzt auf das Verkehrsproblem aufmerksam
 
Die Beschilderung der Zufahrtsstraße lässt eigentlich keine Fragen offen
kb. Klein-Moor. "Uns reicht es, jetzt wehren wir uns!" Brigitte Heitmann und ihre Nachbarn aus Klein-Moor bei Meckelfeld haben die Nase gestrichen voll. In dem kleinen Ort wohnen rund 50 Personen, zu erreichen ist er über eine eher als Buckelpiste zu bezeichnende Straße, die nur für den Anliegerverkehr frei gegeben ist. Darauf weisen Schilder deutlich hin.
Hunderte Pendler am Tag hindert das jedoch nicht, morgens durch Klein-Moor Richtung Harburg zur Arbeit zu rauschen und abends wieder zurück. "Wenn ich zu Stoßzeiten was besorgen will, komme ich manchmal wegen des vielen Verkehrs kaum aus unserer Einfahrt", berichtet Brigitte Heitmann. Seit Jahren nimmt der Verkehr im Dorf zu, nicht nur Pendler und Firmen nutzen die Strecke, sie ist auch eine beliebte Ausweichmöglichkeit bei Stau auf der A1. "Sogar 7,5-Tonner fahren hier durch", erzählt ein Anwohner.
Abgesehen von der Anzahl der Fahrzeuge, die pro Tag widerrechtlich durch den Ort rollen, ist es auch das rücksichtslose Verhalten der Fahrer, das die Anwohner wütend macht. "Wenn man darauf hinweist, dass die Autos hier eigentlich gar nicht fahren dürfen, erntet man schon mal einen 'Stinkefinger' oder wird angepöbelt", erzählt Katja Krüger. Weil es in Klein-Moor keinen Fußweg gibt, müssen sie und alle anderen Anwohner auf der Straße gehen, wenn sie mal einen Nachbarn besuchen wollen oder mit dem Hund raus müssen - und werden damit für die Pendler quasi zum lästigen Verkehrshindernis. Karin Kröger, die einen Rollator braucht, wurde nicht erst einmal von der Straße "gehupt". Das gleiche Schicksal teil Christiane Burbschat, die auf einen E-Rolli angewiesen ist. Das Ausweichen ist für beide aufgrund des schlechten Straßenzustandes häufig kaum möglich, wenn sie keinen Sturz riskieren wollen. Cindy Rabeler hat Radtouren mit ihrem kleinen Sohn aus Sicherheitsgründen auf die Wochenenden verlegt. "Ich habe einfach Angst, dass etwas passiert", sagt sie.
Ihrem Ärger über die Situation in ihrem Dorf haben die Anwohner aus Klein-Moor kürzlich auf der Sitzung des Ortsrates Meckelfeld und im Verkehrsausschuss Luft gemacht. Sie fordern eine noch deutlichere Beschilderung, die Einrichtung einer Tempo-30-Zone und stärkere Polizeikontrollen, um die Autofahrer abzuschrecken. "Die Polizei sieht man im Ort nur selten und wenn, dann nie zu Stoßzeiten", ärgert sich Brigitte Heitmann. Eine Verkehrszählung hat kürzlich ergeben, dass pro Tag rund ??? Autos durch Klein-Moor fahren. "Dieser Zustand ist für uns nicht länger hinnehmbar", so Jutta Freudenberg. Eine Verkehrsberuhigung durch Betonkübel oder ähnliches ist für den kleinen Ort leider keine Option. "Da kämen die Landwirte nicht durch", so Freudenberg.
Da es derzeit nicht so aussieht, als würden sich Gemeinde oder Polizei des Problems zügig annehmen, sind die Anwohner selbst tätig geworden. Mehrere große Plakate weisen seit Kurzem im Ort daraufhin, dass nur Anlieger die dortigen Straßen benutzen dürfen. "Außerdem werden wir jetzt regelmäßig, Nummernschilder sowie Uhrzeiten notieren und die Fahrer bei der Politei anzeigen", kündigt Brigitte Heitmann an. "Die 'Anlieger frei'-Schilder an Ortseingängen stehen da schließlich nicht nur zur Zierde."