Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Kahlschlag am Herrendeich

Diese viele Meter hohen Eichen sollen aus Gründen der Deichgefährdung gefällt werden. Viele Seevetaler empört die Maßnahme

Viele Seevetaler sind sauer: Der Deichverband will erneut Dutzende Bäume fällen lassen

kb. Hörsten. Noch wiegen sich ihre Äste im Januarwind, doch bald droht ihnen das Ende: Der Deichverband will Dutzende stattliche Eichen am Herrendeich kurz hinter Hörsten fällen lassen. Für die Fällung der Bäume, die sich auf dem Areal des Naturschutzgebietes befinden, liegt bereits ein Antrag beim Landkreis vor, wie Kreissprecher Bernhard Frosdorfer bestätigt. Für alle anderen Bäume müsse der Deichverband ein Gutachten in Auftrag geben, um nachzuweisen, dass keine seltenen Tierarten in den Bäumen leben. "Wenn artenschutzrechtlich alles okay ist, darf der Deichverband die Bäume fällen lassen", so Frosdorfer. Sicher ist: Wenn alle derzeit markierten Eichen gefällt werden, kommt dies einem Kahlschlag gleich.
Bei vielen Seevetalern stößt diese Maßnahme des Deichverbandes, wie auch schon vorherige Fällmaßnahmen, auf Unverständnis. "Ich fände das furchtbar", so eine Spaziergängerin. "Die Bäume stehen schon so lange dort, warum müssen sie jetzt plötzlich weg?" Deichhauptmann Hermann Langerbein versucht abzuwiegeln. "Wir lassen nur kranke Bäume und ein paar kleine Eichen fällen", erklärte er auf Nachfrage. Die neongrünen Kennzeichnungen an den Bäumen am Herrendeich vermitteln ein anderes Bild. Die stattlichen Eichen, die der Motorsäge dort zum Opfer fallen sollen, sind viele Meter hoch.
Laut Kreissprecher Bernhard Frosdorfer werden die Bäume aus Gründen der Deichsicherheit gefällt. Ein Argument, dass vom Deichverband auch schon bei früheren Maßnahmen ins Feld geführt wurde. So würden sich z.B. bei Wind auch die Wurzeln im Erdreich bewegen, abgestorbene Baumwurzeln Wasser wie Drainagen in den Deichkörper leiten. Dadurch werde die Stabilität des Deiches gefährdet.
Außerdem müsse der Herrendeich, so Frosdorfer, in naher Zukunft neu aufgebaut werden. Im Zuge dieser so genannten "Neuprofilierung" werde ein Planfeststellungsverfahren eingeleitet, in dessen Rahmen dann auch eine Ausgleichsmaßnahme für die gefällten Bäume angeordnet werden könne.