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Kampf um ein Wahrzeichen: Familie Voß will die Hittfelder Mühle erhalten

Wollen die Hittfelder Mühle nicht dem Verfall preisgeben (v. li.): Heinrich Voß, Carmen Schulz-Voß und Wolfgang Küchenmeister
kb. Hittfeld. "Wir wollen die Mühle erhalten, aber alleine schaffen wir das nicht!" Carmen Schulz-Voß und ihr Vater Heinrich Voß haben ein klares Ziel vor Augen - ob sie es erreichen, ist allerdings unklar. Die Hittfelder Mühle, das in der ganzen Region bekannte Wahrzeichen des Ortes und einer von nur zwei Erdholländern im Landkreis, droht zu verfallen. Seit über 140 Jahren befindet sich die Mühle im Besitz der Familie Voß. Doch alleine kann die Familie die finanzielle Belastung, die durch die Restauration des Wahrzeichens entsteht, nicht tragen.
Die Zeiten, in denen in Hittfeld Mehl gemahlen wurde, sind lange vorbei, auch wenn Heinrich Voß sich noch ganz genau daran erinnern kann. Wenn der Müllermeister davon erzählt, wird ein Teil Geschichte wieder lebendig. Die alte Mühlentechnik, die handwerkliches Geschick und Erfahrung erforderte, das Aufstehen mitten in der Nacht, um den Wind zu nutzen, die Umrüstung auf Motorenbetrieb - Heinrich Voß hat in seiner Mühle viel erlebt. "Doch die Zeiten haben sich geändert, plötzlich war alles vorbei", erinnert sich Voß. Seit 45 Jahren steht die Hittfelder Mühle still. Eine Zeit lang wurde die Mühle als Teil der anliegenden Diskothek genutzt, inzwischen steht das Gebäude dauerhaft leer.
Kein guter Zustand. "Eine Nutzung des Gebäudes wäre optimal, es wäre toll, wenn hier wieder Leben reinkommt", sagt Wolfgang Küchenmeister, Denkmalpfleger des Landkreises. Er unterstützt Familie Voß bei den Maßnahmen zum Erhalt der Windmühle. Schon vor über zwei Jahren wurden die Flügel der Mühle aus Sicherheitsgründen abgenommen (das WOCHENBLATT berichtete). Sie mussten entrostet, lackiert und mit neuen Klappen ausgestattet werden. Auch die Kappe auf dem Dach der Mühle musste erneuert werden. "Wenn wir das nicht gemacht hätten, hätte es große Schäden im Innenbereich des Gebäudes gegeben", sagt Küchenmeister. Weitere Arbeiten wie die Oberflächensäuberung am Mühlenstumpf oder die Wiederherstellung der Drehbarkeit des Mühlenkopfes sind in Planung.
Heinrich Voß packt überall mit an, wo es ihm möglich ist. Aber viele Arbeiten müssen von Profis erledigt werden. Dach- und Holzarbeiten, die Einrüstung, das Aufhängen der Mühlenflügel - nur mit Unterstützung vom Landkreis und dem Entgegenkommen der örtlichen Handwerker kann Familie Voß diese Maßnahmen stemmen. Den 2013 gegründeten Förderverein Hittfelder Windmühle gibt es nicht mehr, die Vorstellungen von Verein und Eigentümerfamilie ließen sich nicht unter einen Hut bringen. Deshalb hofft Familie Voß nun auf Hilfe von anderer Seite. "Vielleicht gibt es ja Menschen, die unsere Leidenschaft für die Hittfelder Mühle teilen und uns unterstützen wollen", sagt Carmen Schulz-Voß. Sie fühlt sich häufig allein gelassen mit der Mammutaufgabe Mühlen-Restauration. "Alle sind stolz auf das Wahrzeichen Hittfelds, auch die Gemeinde schmückt sich damit, aber wenn es dann Probleme gibt, helfen nur wenige", bedauert sie.
Wie die zukünftige Nutzung der Mühle aussehen könnte, ist völlig offen. "Wir sind gespannt auf viele neue Ideen", sagt Carmen Schulz-Voß. Wer Familie Voß unterstützen will, meldet sich unter Tel. 0173 - 8170808.