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Kinder, Kirche, Krippenspiel: Weihnachten bei "Pastors"

Weihnachten als Familienfest: Bernhard und Astrid Kuhlmann mit Enkelin Anjali (Foto: Kuhlmann)
 
Bernhard und Astrid Kuhlmann
kb. Seevetal. Ein Heiligabend ohne Gottesdienst und Krippenspiel: Für Bernhard Kuhlmann (60) aus Hittfeld und seine Familie ist das nicht denkbar. Am Heiligabend, wenn sich in anderen Haushalten alles darum dreht, dass Papa noch schnell einen Weihnachtsbaum holt, die Kinder ihre Ungeduld bis zur Bescherung im Zaum halten und die Gans rechtzeitig fertig wird, stand bei Kuhlmanns schon immer die Kirche im Mittelpunkt. Kein Wunder, ist Bernhard Kuhlmann doch Pastor und der Heilige Abend damit auch ein Arbeitstag. Aber einer, der richtig viel Freude macht und in den immer schon die ganze Familie eingebunden war.
„Weihnachten gestaltet sich bei uns um die Gottesdienste herum“, erzählt Bernhard Kuhl-mann. Am frühen Nachmittag des 24. Dezember findet in Hittfeld traditionell das Kinderkrippenspiel statt. „Da haben unsere Kinder natürlich auch immer mitgemacht“, erinnert sich As-trid Kuhlmann (55). Sie hat die musikalische Leitung des Krippenspiels inne, die inzwischen erwachsenen Töchter Silke, Alena und Marianne waren früher begeistert als Schafe, Hirten oder Maria dabei.
Nach dem Krippenspiel kommt bei Kuhlmanns die ganze Familie am Kaffeetisch zusammen. Danach geht es - wie sollte es anders sein - zurück in die Kirche. Die Abendgestaltung, das gemeinsame Essen und die Bescherung - alles richtet sich danach, welche Gottesdienste Bernhard Kuhlmann an Heiligabend hält.
Nach dem Predigtgottesdienst, der in diesem Jahr um 18 Uhr stattfindet, gibt es das Familienessen. Dafür bereitet Astrid Kuhlmann traditionell Pasteten und Frikassee vor. Anschließend findet die Bescherung statt. „Wir haben aber auch schon als die Kinder noch klein waren immer darauf geachtet, dass die Geschenke nicht im Mittelpunkt standen“, sagt Astrid Kuhlmann. Die brachte übrigens nie der Weihnachtsmann. „Die kamen immer von uns Eltern“, so Bernhard Kuhlmann.
Auch gemeinsames Singen steht auf dem Programm. Wenn die Lichter am Weihnachtsbaum brennen, setzt sich Astrid Kuhlmann ans Klavier und spielt „Ihr Kinderlein kommet“. Früher trugen die Töchter Gedichte vor. „Aber immer freiwillig“, erinnert sich Bernhard Kuhlmann. Wenn er nicht noch den Spätgottesdienst übernimmt, ist er beim Spieleabend der Familie dabei. Ob Karten oder Scrabble - im Mittelpunkt steht, Zeit miteinander zu verbringen, sich zu unterhalten, Spaß zu haben.
Schon immer waren an Heiligabend auch Freunde der Kinder zu Gast, inzwischen sitzen die Enkel mit am Tisch. „Mir konnte schon immer gar nicht genug los sein, meine Frau geriet da manches Mal in leichte Panik“, erzählt Bernhard Kuhlmann schmunzelnd. Weihnachten als christliches Fest im Kreise der Familie zu feiern, das ist für die Kuhlmanns das größte Geschenk „Wir empfinden es als Privileg, die Feiertage so zu verbringen“, sagen beide. Dass der Beruf des Vaters und die damit verbundenen Verpflichtungen auch von den Kindern nie als Konkurrenz zum Familienfest empfunden wurden, liegt an der großen Verbundenheit der Familie zur Kirche. Sie ahnen vielleicht schon, warum die älteste Tochter Silke an Heiligabend nicht in Hittfeld dabei sein kann - sie ist Pastorin und hält in der Kirchengemeinde Bad Fallingbostel den Gottesdienst.