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Lernbarrieren abbauen

Innerer Schweinehund, Angsthase oder Stresstiger? Stephanie Koch weiß, wie man diese "Störenfriede" überlistet
Stephanie Koch hilft Schülern bei Lernstress, Prüfungsangst und Motivationsproblemen

kb. Seevetal.
"Mathe? Das habe ich noch nie gekonnt! Das lerne ich nie!" - "Ich mach meine Hausaufgaben morgen, ich hab doch noch Zeit." - "Mein Lehrer mag mich sowieso nicht, das mit der mündlichen Prüfung kann ich vergessen." Sätze wie diese kennen viele Schüler und Eltern, andere werden sich an ähnliche Situationen aus der eigenen Schulzeit erinnern. Prüfungsangst und Motivationsprobleme sind für viele Schüler bekannte und hartnäckige Begleiter. Dass das nicht so sein muss, weiß Stephanie Koch. Die 50-Jährige ist Lehrerin für Chemie, Politik und Wirtschaft am Gymnasium Meckelfeld und hat zusätzlich eine Ausbildung als Coach absolviert. Gemeinsam mit sechs Kollegen, die sich bei der Landesschulbehörde weitergebildet haben, begleitet sie Schüler ab der zehnten Klasse auf dem Weg zum Abitur. Einzel- aber auch Gruppencoaching können die Schüler freiwillig und kostenlos nutzen.
"Wir wollen den inneren Schweinehund, den Angsthasen und den Stresstiger mit einfachen Mitteln überlisten", sagt Stephanie Koch. "Die drei gehören zwar zu uns, sind aber gerade in Lernphasen nicht zu gebrauchen." Der Austausch mit Gleichaltrigen oder Eltern sei zwar grundsätzlich gut, helfe den Schülern aber oft nicht weiter. "Das Problem liegt häufig im Denksystem. Wenn ich z.B. seit Jahren glaube, dass ich eine Niete in Chemie bin, dann beeinflusst das mein Lernvermögen. Ich kann nicht befreit zum Chemiebuch greifen und offen an ein Thema herangehen."
Solchen blockierenden Denkmustern und Stressfaktoren kommt Stephanie Koch mit speziellen Tests auf die Spur. "Im Anschluss lernen die Schüler z.B. Begriffe oder angstmachende Situationen mit etwas Positivem zu verknüpfen", erklärt Stephanie Koch. Sie weiß um die große Bedeutung von Worten und wie diese das Denken beeinflussen. Durch das Coaching könne man lernen, eingefahrene hinderliche Denkwege zu verlassen.
Doch nicht nur gedankliche "Fallen" können Stress verursachen und der Motivation entgegenstehen, auch die Situation, in der ein Schüler seine Hausaufgaben macht oder lernt, hat Einfluss. "Studien haben z.B. bewiesen, dass es zur Ablenkung schon ausreicht, wenn sich das Handy des Jugendlichen im selben Raum befindet, es muss noch nicht mal neben ihm liegen", weiß Stephanie Koch. Sie und ihre Kollegen versuchen gemeinsam mit dem Schüler herauszufinden, was die Lernsituation verbessert und die Konzentration stärkt. Dabei kann auch Musik helfen.
"Es geht letztlich darum, die individuellen Ressourcen besser zu nutzen, Barrieren abzubauen und Wege zu finden, Stress zu vermindern", sagt Stephanie Koch. Dafür geben sie und ihre Kollegen den Schülern einfache Werkzeuge an die Hand.

Einige Tipps, die nicht nur Schüler nutzen können:

• "Legt Euch z.B. bei Prüfungen, die Angst machen oder Stress auslösen, gedanklich einen Schutzmantel um. Allein der Gedanke daran, verändert die Wahrnehmung einer Situation. Man fühlt sich sicherer und lässt Stress weniger an sich heran."

• "In besonders stressigen Situationen, in denen man sich fühlt wie ein Hamster im Rad, kann es helfen, einen kurzen Gedankenausflug hin zu etwas Schönem zu machen. Das kann ein zurückliegendes Erlebnis sein, ein Urlaubsort oder eine Fantasie."

• Auch Überkreuz-Übungen mit den Händen - wie z.B., sich abwechselnd mit der linken und rechten Hand auf der jeweils anderen Seite ans Ohr und mit der anderen Hand an die Nase zu fassen - können helfen. Diese Übungen verknüpfen die Gehirnhälften miteinander und man kann freier und besser denken."

• "Wenn man nachts nicht einschlafen kann, weil sich die Gedanken im Kreis drehen, kann es helfen, die Richtung zu beobachten, in der sich der Gedankenkreislauf dreht. Schon ein gedankliches 'Jetzt mal anders herum!' kann helfen, das Unterbewusstsein zu verwirren und den Kreislauf zu unterbrechen."