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Mali-Projekt der Realschule feiert Jubiläum

Bandiougou Niakaté (r.) von der Hilfsorganisation SOLISA mit Hanne Riemer vom Mali-Projekt der Realschule
 
Der Trommelworkshop von Elisabeth Niamkay, Roger Nambu(vom Verein Black & White) und „Kekso“ (vorne) kam gut an.
mi. Hittfeld. Warum flüchten Menschen aus Afrika, wie ist die politische, soziale und wirtschaftliche Situation in ihren Heimatländern, wie lässt sich die Lage dort verbessern? Dieser Fragen waren jetzt Thema beim Afrika-Tag anlässlich des 10- jährigen Bestehens des Mali-Projekts an der Realschule Hittfeld.
Das Projekt unter der Leitung der Lehrerin Hanne Riemer engagiert sich seit 2003 für den Bau von Schulen in dem westafrikanischen Land. Die Errichtung von insgesamt vier Grundschulen konnte so bereits umgesetzt werden. Der Bau einer fünften zögert sich, obwohl die Finanzen geklärt sind, wegen der instabilen Sicherheitslage in Mali hinaus.
„Ohne Bildung gibt es keine Entwicklung“, erklärt Bandiougou Niakaté, der Direktor der malischen Nichtregierungsorganisation (NGO) SOLISA, die den Bau der Schulen vor Ort umsetzt. Niakaté, der aus einem kleinen Dorf in Mali stammt, bekam die Möglichkeit zu studieren und gründete 1988 SOLISA, um sich in seiner Heimat zu engagieren. Zum Afrika-Tag war er nach Deutschland gereist, um die Mali-AG zu besuchen und über den Stand der Projekte zu berichten.
Zu Gast beim Afrika-Tag war auch der deutschlandweit aktive Verein Black & White. Der Verein setzt sich in Schulen für kulturellen Austausch zwischen Afrika und Europa ein. In spielerischen Workshops, die von ehemaligen Flüchtlingen angeboten werden, singen die Schüler zum Beispiel afrikanische Lieder oder trommeln traditionelle Rhythmen. Dabei, lernen sie auch immer etwas über den gesellschaftlichen Kontext. Gabriel Fundi aus Ghana sang mit den Realschülern zum Beispiel „Tshotsholoza“, ein Volkslied aus Zimbabwe, das vom Widerstandslied, zur inoffiziellen Hymne Südafrikas wurde, und ging so auf das Thema Apartheid ein.
Die Organisatorin des Afrika-Tages, Hanne Riemer, freute sich über die vielen Spenden, für das Mali-Projekt „Das Geld für eine sechste Schule haben wir bald zusammen“, so die Lehrerin. Neben der ernsten Thematik, zeigte der Afrika-Tag aber auch, das Schule und Spaß durchaus zusammenpassen. Ob Trommel-Workshop, Rastazöpfe flechten oder das große Abschlusskonzert, die Realschüler waren mit vollem Elan dabei.
Infos: www.baobab-mali.de
www.blackandwhite-schwarzundweiss.de
Kommentar

Der Afrika-Tag ist ein wichtiges Zeichen

Mit dem Afrika-Tag setzt die Realschule ein wichtiges Zeichen: Gerade jetzt, da sich eine gedankenverkürzte „das Boot ist voll“-Mentalität in Begriffen wie „Asylantenschwemme“ und „Flüchtlingsdruck“ wieder in vielen Medien Bahn bricht, ist die Frage nach den Gründen für Flucht und Armut wichtiger denn je. Ein Afrika-Tag sollte Pflichtprogramm an jeder Schule werden. Dann bestünde die Hoffnung, dass sich Deutschland in der nächsten Generation auf einen menschenwürdigeren Umgang mit Flüchtlingen besinnt und sich vielleicht sogar für eine gerechtere Weltwirtschaft und gegen die hemmungslose Ausbeutung Afrikas einsetzt - das sind nämlich die Gründe warum viele Menschen dort aus ihrer Heimat flüchten.

Mitja Schrader