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"Man muss die Krankheit akzeptieren"

Engagieren sich gemeinsam in der Deutschen Parkinson Vereinigung: Peter und Margit Ragoschke (Foto: kb)
Kein Grund zu verzweifeln: Peter Ragoschke lebt seit 14 Jahren mit Parkinson

kb. Seevetal. "Mein Mann ist ein Sonnenschein", sagt Margit Ragoschke (61) und lacht. Peter Ragoschke (68) lebt seit rund 14 Jahren mit der Diagnose Parkinson, mit großer Unterstützung durch seine Frau leitet er seit fünf Jahren die Parkinson-Regionalgruppe Winsen/Seevetal. Die Diagnose Parkinson war für den lebenslustigen Mann nie ein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Ganz im Gegenteil: "Ich war damals richtig erlöst, als ich endlich wusste, was mit mir los ist. Ich hatte schon befürchtet, an einem Hirntumor zu leiden", erinnert sich Ragoschke an die Odyssee durch Arztpraxen und Kliniken, die der Diagnose vorausging.
Wie ihm geht es vielen Betroffenen. Weil die Symptome oft nicht klar zuzuordnen sind oder von den Erkrankten selbst zunächst als Zipperlein abgetan werden, vergeht wertvolle Zeit bis zur Feststellung der Krankheit. In den vergangenen fünf Jahren, in denen Ragoschke die Selbsthilfegruppe, zu der inzwischen 120 Mitglieder gehören, leitet, hat er viele Geschichten von Betroffenen gehört. Ihm es es vor allem wichtig, offen mit der Krankheit umzugehen. "Man muss die Diagnose annehmen und das Beste daraus machen", sagt Peter Ragoschke. Die Ziele der Selbsthilfegruppe hat er klar formuliert: Aufklärung und Information durch Fachleute, körperliche Fitness, geistige Beweglichkeit und eine aktive Teilnahme am Leben. In den zurückliegenden Jahren konnten Ragoschke und seine Frau immer wieder namhafte Referenten gewinnen, Kliniken wurden besucht und Seminare organisiert. Auch solche, die auf den ersten Blick mit Parkinson nur wenig zu tun haben. "Wir haben mal ein Glücks-Seminar durchgeführt. das war sehr aufschlussreich", erzählt Margis Ragoschke. "Bei der Frage, wann sie zum letzten Mal gelacht hätten, mussten einige der Teilnehmer passen. Sie konnten sich nicht erinnern. Das war erschreckend."
Gelacht wird bei Ragoschkes viel. Humor ist dem Paar wichtig und so hat Peter Ragoschke auch schon mal einen Parkinson-Witz auf Lager. Seiner Krankheit begegnet er aber gleichzeitig mit dem nötigen Ernst. Jeden Tag steht Gymnastik auf dem Programm, zusätzlich jede Woche Logopädie, Ergotherapie, Physiotherapie, Training mit Smovey-Ringen und Wasser-Gymnastik. In seiner Freizeit fährt er gerne Rad und versucht zudem noch, einmal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Und auch andere bringt Peter Ragoschke ins Schwitzen: Er trainiert eine U15-Fußballmannschaft. Ein aktives Leben trotz Parkinson - Ragoschke macht vor, wie das geht. Durch sein unermüdliches Training, stetige Therapien und einer guten medikamentösen Einstellung gelingt es ihm, die Symptome seiner Erkrankung in Schach zu halten.
Der Austausch mit anderen Betroffenen ist ihm wichtig. "So können wir uns gegenseitig unsere Tipps und Tricks verraten", sagt er. Was ihm und seiner Frau das Leben noch erleichtert, ist die Konzentration auf die Gegenwart. "Wir machen uns nicht damit verrückt, was noch alles passieren kann und wie es mir vielleicht in ein paar Jahren geht", sagt er. "Wenn es soweit ist, finden wir eine Lösung." Die Parkinson Selbsthilfegruppe unter Leitung von Peter Ragoschke gehört zur Deutschen Parkinson Vereinigung (DPV) und hat Mitglieder im ganzen Landkreis. Jeweils im monatlichen Wechsel findet ein Treffen in Winsen und Eckel statt. Immer dienstags um 15 Uhr findet in Nenndorf Training mit Smovey-Ringen statt.
Besondere Termine in diesem Jahr:
Am 8. August findet eine Fahrt nach Bad Segeberg in die Segeberger Kliniken mit Vortrag und Führung durch die Klinik statt.
Am 26. September ist der Bundesgeschäftsführer der DPV zu Gast bei einer Informationsveranstaltung im Fleester Hoff in Fleestedt. Thema u.a.: "Autofahren und Parkinson".
Weitere Informationen und Anmeldung für beide Termine bei Peter Ragoschke, Tel. 04105 - 2320, oder per Mail an Ragoschke@t-online.de. Infos auch unter www.parkinson-seevetal.de. Parkinson-Regionalgruppe