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"Man wird aufgefangen"

"Ohne das Hospiz hätten wir diese schwere Zeit nicht überstanden": Monika Zimmermann mit einem Foto ihrer verstorbenen Tochter
kb. Seevetal/Buchholz. Monika Zimmermann (74) ist das Schlimmste passiert, das Eltern sich vorstellen können: Im vergangenen Oktober starb ihre Tochter Petra mit nur 52 Jahren an Krebs. Der Verlust des einziges Kindes - für Monika Zimmermann nur schwer zu ertragen. Doch trotz der großen Trauer ist sie auch unendlich dankbar. Dankbar dafür, dass ihre Tochter die letzten Monate ihres Lebens im Hospiz Nordheide in Buchholz verbringen durfte. "Es ist unglaublich, was die Mitarbeiter und Helfer dort leisten", sagt sie. "Ohne das Hospiz hätten wir diese schwere Zeit nicht überstanden. Dafür möchte ich mich einmal öffentlich bedanken."
Petra Frani erkrankte 2014 zum ersten Mal an Brustkrebs, die Diagnose erhielt sie am 3. Februar, einen Tag vor ihrem Geburtstag. Die Behandlung verlief erfolgreich, der Krebs schien überwunden. Doch exakt drei Jahre später, am 3. Februar 2017, wurde erneut Krebs festgestellt. Dieses Mal hatte der Tumor bereits gestreut, die Chemotherapie musste die entkräftete Frau schließlich abbrechen. "Sie konnte einfach nicht mehr, wurde schwächer und schwächer", erinnert sich Monika Zimmermann. Im Juli wurde Petra Frani ins Krankenhaus nach Buchholz einliefert, kam auf die Palliativabteilung. "Der Krebs war nicht mehr aufzuhalten, das haben uns die Ärzte sofort klar gesagt", erzählt Monika Zimmermann. Doch ihre Tochter wollte nach Hause, hatte Angstzustände. "Es war klar, dass das so nicht auf Dauer funktionieren würde", sagt Monika Zimmermann.
Mit dem Hospiz, das direkt neben dem Krankenhaus liegt, kam die Familie in Kontakt, als die Zimmernachbarin von Petra dorthin verlegt wurde. "Beim ersten Besuch haben wir uns in den Räumen des Hospizes sofort wohl gefühlt. Wir wurden dort so herzlich empfangen, alles war hell und freundlich, die Zimmer durften individuell gestaltet werden", erzählt die 74-Jährige. Jeden zweiten Tag besuchte sie ihre Tochter in den letzten Wochen ihres Lebens im Hospiz, ihr Schwiegersohn war jeden Tag bei seiner Frau. "Obwohl es unheimlich schwer war, war es auch eine besondere Zeit", sagt sie. Im Zimmer von Petra lief immer ihre Lieblingsmusik, die Atmosphäre war warm und liebevoll, ab und zu schaute jemand vom Hospiz nach dem Rechten. "Wenn ich aus dem Zimmer kam, war immer jemand zum Reden da. Es gab eine Tasse Kaffee, aber auch eine Umarmung, Trost und Verständnis. Man wird aufgefangen. Und natürlich haben wir auch gelacht - es gab viele schöne Momente", erinnert sich Monika Zimmermann. "Es kam mir oft vor, als würden wir uns alle schon ewig kennen. Das war wie eine zweite Familie."
Als ihre Tochter schließlich starb, wurde das Zimmer liebevoll dekoriert, Kerzen angezündet, die Pastorin kam und machte eine Aussegnung. "Das war etwas Besonderes", sagt Monika Zimmermann. Einige Wochen nach dem Tod von Petra Franibesuchte sie das Hospiz-Team erneut, bedankte sich mit Kaffee und Kuchen für die tolle Hilfe und Unterstützung. "Und wir haben uns ins Buch eingetragen, das für die Angehörigen ausliegt", erzählt Monika Zimmermann.
Mit einer Abschiedsfeier am 3. Februar, erneut einen Tag vor dem Geburtstag ihrer Tochter, schließt sich in wenigen Tagen quasi der Kreis. "Wir werden eine Kerze entzünden und ein ganz persönlich gestaltetes Ahornblatt an den Hospizbaum hängen, mit dem an die Verstorbenen erinnert wird." Ein Ritual, das für Monika Zimmermann ganz wichtig ist. "Es ist beruhigend, das man etwas hinterlässt."

Auf Spenden angewiesen

Im Hospiz Nordheide werden schwer kranke und sterbende Menschen und deren Angehörige betreut - sowohl von haupt- als auch von ehrenamtlichen Mitarbeitern. Die Kosten werden zu 95 Prozent von den Kranken- und Pflegekassen getragen, fünf Prozent muss das Hospiz selbst aufbringen und ist deshalb auf Spenden angewiesen. Wer sich über das Hospiz Nordheide informieren oder die wichtige Arbeit der Einrichtung unterstützen möchte, findet alle Informationen auf https://www.hospiz-nordheide.de .