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Medienboten für Seevetal?

Lesen hält geistig fit, weiß Ulf Alsguth. Er hofft, dass das Projekt Medienboten in Seevetal Anklang findet

Seniorenbeirat diskutiert Projektidee / Bücher werden älteren Menschen ins Haus gebracht

kb. Seevetal. Die Idee ist simpel und preisgekrönt: In Hamburg bringen seit 2007 sogenannte Medienboten Bücher, Hörbücher und andere Medien zu älteren Menschen, die den Weg in die Bibliothek aus Gesundheits- oder Altersgründen selbst nicht mehr bewältigen können. Mehrere Hundert Personen, die an ihr zu Hause gebunden sind, können so am Angebot der Büchereien teilhaben. Ulf Alsguth, Vorsitzender des Seniorenbeirats Seevetal, könnte sich gut vorstellen, diese Idee auch in Seevetal zu etablieren. "Viele Senioren kapseln sich ab, vereinsamen. Der regelmäßige Besuch von Medienboten und die Teilhabe am Büchereiangebot können einen großen Beitrag dazu leisten, dass die älteren Menschen den Kontakt zur Außenwelt nicht verlieren", so Alsguth.
In Hamburg engagieren sich inzwischen weit über 100 Ehrenamtliche als Medienboten. Sie besuchen regelmäßig Senioren zu Hause oder in Pflegeeinrichtungen, versorgen sie mit Büchern, lesen ihnen auch mal vor oder bleiben auf eine Tasse Kaffee. So werden die Medienboten zu festen Bezugspersonen. Für Ulf Alsguth zählt noch ein anderer Aspekt: "Wenn Menschen immer nur vor dem Fernseher sitzen, verkümmern sie geistig. Lesen hält fit und regt die Fantasie an."
Auf der nächsten öffentlichen Sitzung des Seniorenbeirates am kommenden Montag in Meckelfeld wird Gabriele Maidorn, Leiterin der Gemeindebücherei, das Projekt Medienboten vorstellen. Wenn die Idee dort Anklang findet, soll als nächstes die Politik mit ins Boot geholt werden. "Ganz ohne Hilfe der Gemeinde werden wir die Sache nicht auf die Beine stellen können" erklärt Ulf Alsguth. Um die Senioren über das Angebot der Büchereien zu informieren, müsste eine Art Katalog erstellt werden. In Hamburg ist zudem eine Fachkraft eingestellt, die das Projekt koordiniert. So weit gehen die Gedanken von Ulf Alsguth aber noch nicht. "Wir wollen jetzt zunächst einmal sehen, wie die Idee ankommt", sagt er.
Daran, dass eine Nachfrage besteht, hat Alsguth aber keine Zweifel. Er hofft, dass sich auch viele Senioren, die noch fit sind, vorstellen können, Medienbote zu werden. "Ich finde es wichtig, dass ältere Menschen sich gegenseitig helfen. Davon profitieren beide Seiten."
• Die Sitzung des Seniorenbeirates findet am Montag, 12. August, um 9.30 Uhr bei den Johannitern in Meckelfeld (Am Blöcken 14) statt. Neben dem Projekt Medienboten wird es um die Themen Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht gehen.