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"Mehr Verständnis wäre schön": Nachbarn wollen nicht, dass Kinder vor dem Haus im Planschbecken spielen

Maxim und Charlotte sind traurig: Weil Nachbarn sich beschwerten, musste ihre Mutter Kristin Krieger das Planschbecken wieder wegräumen
kb. Meckelfeld. Sommer, Sonne, Planschbecken: Zwei Tage lang hatten Charlotte (2) und Maxim (4) aus Meckelfeld Riesenspaß im kühlen Nass. Auch die Kinder aus der Nachbarschaft mischten mit - natürlich nur außerhalb der Ruhezeiten. Jetzt schmort das Planschbecken im Keller - und zwar nicht, weil die Temperaturen gesunken sind. "Die Nachbarn wollen nicht, dass wie hier spielen", weiß der kleine Maxim.
"Damit haben wir wirklich nicht gerechnet", sagt Kristin Krieger (33), Mutter der beiden Kinder. Sie freute sich, als ihre Schwiegereltern das Planschbecken für die Enkel mitbrachten. Vor dem Mehrfamilienhaus, in dem die Kriegers vor rund sieben Monaten eine Eigentumswohnung bezogen, befindet sich eine kleine Rasenfläche. Perfekt für das Planschbecken. "Wir haben es auch für alle anderen Kinder im Haus aufgestellt", so die junge Mutter. Und die Freude war zunächst groß. Bis eine Nachbarin bei der Familie klingelte. "Die Dame sagte uns, dass das Planschbecken weg müsse, weil der Rasen Schaden nimmt", erzählt Kristin Krieger. "Wo kämen wir denn hin, wenn hier jeder ein Planschbecken aufstellen würde", habe die Rentnerin argumentiert. Im Übrigen dürfe man die Rasenfläche nicht betreten.
Das bekam die junge Familie am nächsten Tag auch noch einmal schwarz auf weiß: Im Briefkasten fand Kristin Krieger die Hausordnung. Netterweise waren die entsprechenden Absätze rot angestrichen worden. Wenig später folgte noch ein Schreiben der Hausverwaltung, in dem um gegenseitige Rücksichtnahme und das Einhalten der Hausordnung gebeten wurde.
"Manchmal glaube ich, dass einige Leute vergessen haben, dass sie auch mal Kinder hatten", vermutet Kristin Krieger. Sie achtet sehr darauf, dass Maxim und Charlotte die Ruhezeiten einhalten. Ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn ist der jungen Mutter wichtig. In Hamburg, wo die Familie vorher wohnte, habe es derartige Probleme nicht gegeben. "Da haben die Kleinen auf dem Rasen gespielt und niemanden hat es gestört, deshalb haben wir uns jetzt auch nichts dabei gedacht. Wir würden uns einfach ein bisschen mehr Verständnis wünschen." Inzwischen versucht sie, mit den Kindern woanders hinzugehen. "Wir fahren ins Schwimmbad oder gehen auf den Spielplatz", so Kristin Krieger. Denn richtig wohl fühlt sie sich nicht mehr, wenn sie sich mit den Kindern vor dem Haus aufhält.

Kommentar

Überall werden seniorengerechte Wohnungen gebaut, vielleicht sollte man dazu übergehen, auch familiengerechte Domizile zu schaffen. Häuser, bei denen das Spielen auf dem Rasen ausdrücklich erlaubt und eine Schaukel im Garten angebracht ist. Häuser, in denen Kinder nicht als Lärmverursacher und Unruheherde wahrgenommen werden, sondern als kleine Menschen, die die Welt entdecken. Ein Umfeld, in dem Nachbarn Lust auf ein fröhliches Miteinander haben. Ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis basiert immer auf einer gewissen Rücksichtnahme, Offenheit und Toleranz. Auf Prinzipien zu pochen hilft da wenig. Katja Bendig