Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Nicht nörgeln, wählen!

Haben eine klare Botschaft: Carlotta und David
kb. Seevetal. Carlotta und David sind beide 15 Jahre alt - wählen dürfen sie also noch länger nicht. Das ist für die beiden Schüler des Gymnasiums Meckelfeld allerdings kein Grund, den hiesigen Bundestagkandidaten nicht auf den Zahn zu fühlen. Kürzlich organisierten die beiden eine Podiumsdiskussion mit den Parteivertretern in ihrer Schule. Politik ist für die Schüler ein wichtiges Thema. „Ohne Politik funktioniert unsere Gesellschaft nicht, ich kann nicht nachvollziehen, dass Leute sagen, dass sie Politik doof finden“, sagt Carlotta. Dieser Ansicht ist auch David: „Unsere Demokratie und die Möglichkeit, wählen zu gehen, sind doch ein Geschenk. Man muss sich ja gar nicht selbst politisch engagieren, aber nur rumzunörgeln und nicht zu wählen, funktioniert auch nicht.“
Nachrichtensendungen, Zeitungen aber auch Kanäle wie Youtube - die beiden Jugendlichen informieren sich auf den unterschiedlichsten Wegen über das politische Geschehen. Außen- und Flüchtlingspolitik sind Bereiche, die die beiden besonders interessieren. Klassische „Jugend-Themen“ gibt es in den Augen der beiden Gymnasiasten nicht. „Am Ende gehen uns alle Themen genauso an wie Erwachsene. Wir werden schließlich auch älter und stehen dann vor denselben Fragen“, so Carlotta.
Fühlen sich die beiden von den Parteien, besonders im Hinblick auf die anstehenden Wahlen, grundsätzlich gut informiert? Die Zehntklässler sind pragmatisch und setzen auf Eigeninitiative. „Man muss sich schon interessieren und mal einen Blick in die Wahlprogramme werfen, um sich ein genaueres Bild zu machen“, sagt David. Carlotta setzt dabei auch auf das persönliche Gespräch. „Viele Kandidaten sind ja derzeit in der Region unterwegs und laden zu Info-Veranstaltungen oder Bürgersprechstunden ein. Da gehe ich dann auch schon mal hin.“
Bei der Podiumsdiskussion
hätten sich die Politiker gut geschlagen. „Es gab teilweise sehr konkrete Antworten, viele Mitschüler sagten uns im Anschluss, dass sie nun ein viel klareres Bild hätten“, erzählt Carlotta. Sie und David hatten im Vorfeld ein richtiges Konzept erstellt. Endlose Redebeiträge und Selbstbeweihräucherung - nicht mit den Gymnasiasten! Sanduhren begrenzten die Redezeit, die Kandidaten durften sich nur selbst zu einer Frage zu Wort melden, wenn Sie ihre „Joker-Karte“ ziehen. Die Fragen der Schüler an die Parteivertreter hatten die Schüler im Vorfeld eingesammelt - auch hier lag das Thema Flüchtlingspolitik ganz vorn.
Wenn Carlotta und David schon wählen dürften - sie wüssten, wo sie ihr Kreuz machen würden. Eine Herabsenkung des Wahlalters auf 16 Jahre - wie teilweise bei Kommunal- und Landtagswahlen bereits geschehen - halten beide dennoch nicht für sinnvoll. „18 Jahre sind eine gute Grenze, da haben sich viele einfach schon ein besseres Bild gemacht als mit 16“, sagt Carlotta. Mit dem Alter hat ein Wunsch der Schüler an die Politik dann aber doch zu tun: „Es wäre schön, wenn der Kanzler oder die Kanzlerin in der Zukunft vielleicht etwas jünger wäre.“