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Pilotprojekt: Flüchtlinge werden Fußballtrainer

Najman Kuri (v. re.) und Jens Feldhusen sowie Eva Ellenberger von der IGS Seevetal mit den erfolgreichen Teilnehmern des Qualifizierungskurses
kb. Landkreis. Verantwortung tragen, Vorbild sein, Wissen vermitteln: Dieses Ziel haben die 14 Flüchtlinge, die jetzt an einem Kursus des Pilotprojektes "socceR(EFUGEE) coach" des Niedersächsischen Fußballverbandes (NFV) in Zusammenarbeit mit dem Landessportbund in Hittfeld teilgenommen haben. An vier Tagen wurden sie in der Theorie u.a. mit der Organisation des Vereinsfußballs in Deutschland, dem Thema Sicherheit beim Sport und Grundkenntnissen der Trainingsgestaltung vertraut gemacht, in der Praxis wurde u.a. gedribbelt, das Passspiel geübt oder der gezielte Torschuss trainiert. Die Inhalte stammen aus dem Basisteil zum Erwerb der C-Lizenz.
"Ziel des Projektes ist es, dass die Flüchtlinge anschließend Trainer- und Betreuertätigkeiten in Sportvereinen übernehmen können", sagt Najman Kuri, der das Projekt für den NFV als Koordinator betreut. Kuri kam selbst als Sechsjähriger aus Syrien nach Deutschland und weiß um die große Bedeutung des Sports beim Thema Integration. "Ohne Fußball wäre ich nicht, was ich bin", sagt er.
Als Jens Feldhusen, der 2015 das Projekt "fussball.help" in Seevetal ins Leben gerufen hat, um die Verständigung von Flüchtlingen und Einheimischen durch den Sport zu fördern, von dem Pilotprojekt erfuhr, bewarb er sich sofort. Die teilnehmenden Flüchtlinge sind im gesamten Landkreis und in Harburg untergebracht, sie stammen aus Afghanistan, Syrien und Iran. Die Verständigung ist dennoch kein Problem. "Zur Not wird untereinander gedolmetscht", sagt Najman Kuri. Viele der Flüchtlinge sprechen aber auch schon gut Deutsch.
Einige der Teilnehmer helfen bereits jetzt in Fußballvereinen als Betreuer für Kinder- oder Jugendmannschaften mit. Sehr erfolgreich läuft auch die Fußball-AG an der Grundschule Ramelsloh, die ebenfalls von Flüchtlingen betreut wird. "Das macht den Jungs unheimlich viel Spaß und sie lernen noch schneller Deutsch, weil es ihnen wichtig ist, sich mit den Kindern zu verständigen", erzählt Jens Feldhusen.
Die Ausbildung der Trainer in spe soll voraussichtlich im März weitergehen. "Wir hoffen, dass ungefähr die Hälfte der Gruppe die C-Lizenz schafft", sagt Feldhusen. Derzeit wird geklärt, ob auch das Projekt des NFV im kommenden Jahr fortgesetzt wird. Dann sollen acht Kurse stattfinden. Dass das Interesse groß ist, beweisen Nachfragen aus ganz Deutschland zu dem Projekt.
• Fußballvereine, die Interesse haben, einen der Kursteilnehmer als Betreuer in ihren Reihen dabei zu haben, können sich per Mail an Jens Feldhusen (kontakt@1.fc-seevetal.de) wenden.