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Rechnung für Alarmauslösung

Wenn eine Alarmanlage auslöst, sollten schon deutliche Einbruchsspuren sichtbar sein (Foto: Foto Bast)
(thl). "Ich fühle mich von der Polizei völlig veralbert", sagt Peter B. aus Seevetal. Der Hausbesitzer hat von der Polizeidirektion Lüneburg eine Rechnung über 150 Euro für eine "ungerechtfertigte Alarmierung" erhalten. Grund: Als B. mit seiner Frau ein paar Tage nicht zu Hause war, machten sich Unbekannte am Haus der B.'s zu schaffen. Doch noch bevor die Ganoven richtig loslegen konnten, löste die Alarmanlage aus.
"Da haben wir ja Glück gehabt", dachten sich die B.'s, als sie von dem Vorfall erfuhren. Doch das Glück schlug schnell um, als die Rechnung der Polizei kam. "Die Rechnung wurde damit begründet, dass Beamte vor Ort waren, aber keine Einbruchspuren gefunden haben und somit davon ausgegangen sind, dass es sich um einen Fehlalarm handelte", erzählt Peter B. und fügt hinzu: "Bei Tageslicht konnte man aber deutliche Spuren erkennen, die darauf hinweisen, dass jemand durch den Garten gelaufen ist."
Für Peter B. ist die Rechnung ein klarer Widerspruch zu dem, was die Polizei immer wieder im Falle verdächtiger Beobachtungen propagiert: Lieber einmal mehr anrufen, als einmal zu wenig. "Eine vernünftig installierte Alarmanlage löst kaum ohne Grund aus", sagt der Seevetaler. Wenn Einbrecher allerdings versuchen, einen Rollladen hochzuschieben und dabei Alarm auslösen, sei klar, dass es keine Einbruchsspuren gebe.
Das sieht man bei der Polizeidirektion Lüneburg anders. "Wir unterscheiden bei ungerechtfertigten Alarmierungen durch eine Person oder eine Alarmanlage", erklärt Sprecherin Wiebke Hennig. "Bei Personen geschieht die Alarmierung im Regelfall 'im guten Glauben' und ist daher nicht kostenpflichtig." Anders sei es bei technischen Einrichtungen, die durch Defekte oder Bedienfehler auslösen könnten. Hennig: "Denkbar wäre auch, dass ein Tier durch den Bewegungsmelder erfasst wird." In diesem Fall werde der Eigentümer der Anlage zur Kasse gebeten. Es sei denn, er könne nachweisen, dass die Alarmauslösung doch berechtigt gewesen sei. Was für einen Laien allerdings schwer sein dürfte, wenn schon die Polizei keine Spuren findet.