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Spuren aus der Steinzeit? Fund in Hittfeld gibt Rätsel auf

Das Archäologen-Team bei der Ausgrabung in Hittfeld (Foto: WLH GmbH)
kb. Hittfeld. Die Erschließungsarbeiten für das neue Gewerbegebiet am Bosteler Feld (ehemals am „Am Bauhof“) in Hittfeld haben einen spannenden Fund zu Tage gebracht: Schicht für Schicht hat ein Team um Kreisarchäologe Dr. Jochen Brandt vom Archäologischen Museum Hamburg in den vergangenen Tagen Reste eines großen vorgeschichtlichen Hauses freigelegt. Das Grabungsteam fand zudem Scherben prähistorischer Gefäße.
Der Fund gibt den Wissenschaftlern Rätsel auf. Fest steht: Das Haus war einst 28 Meter lang und 6 Meter breit und hat damit eine Größe von fast 170 Quadratmetern. Noch ungeklärt ist das Alter des Gebäudes: „Aus Befunden rund um das Haus haben wir sowohl Keramik des frühen Mittelalters als auch der späten Steinzeit bergen können“, sagt Jochen Brandt. „Das Haus kann daher 1.200, genauso gut aber 4.000 Jahre alt sein.“ Neben Scherben einfacher Gefäße aus der Zeit um 800 n. Chr. dokumentierte das Grabungsteam unter anderem auch reich verzierte Scherben, die der sogenannten Einzelgrabkultur und damit dem Ende der Steinzeit in Norddeutschland um 2.500 bis 2.000 v. Chr. zugeordnet werden können.
Sollte das Haus tatsächlich aus der späten Steinzeit stammen, dann wäre dieser Fund bislang einmalig im Landkreis Harburg: „So etwas zu entdecken, ist schon eine große Seltenheit, denn Häuser mit einer vergleichbaren Erhaltung gibt es im Landkreis Harburg nur sehr wenige. Es würde uns neue Erkenntnisse darüber geben, wie die Menschen zu jener Zeit gewohnt haben“, sagt Jochen Brandt. Möglich ist, dass es sich um eine alte, große Hofstelle handelt, in der Mensch und Tier einst zusammen gelebt haben. Dies würde auch erklären, warum um das Haus herum fast keine weiteren Besiedlungsspuren gefunden wurden.
Mit Hilfe der Radiokarbonmethode sollen entnommene Proben nun datiert werden. Die Ergebnisse werden erst in einigen Monaten vorliegen.