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Überweisung per Schneckenpost: Seevetalerin wartet seit Wochen auf Stromrückzahlung

Renate Gerth mit ihrer Stromabrechnung
kb. Seevetal. "Ich habe keine Lust, mich immer wieder vertrösten zu lassen! Das stinkt mir!" Renate Gerth (64) aus Maschen ist sauer. Sie wartet seit über drei Wochen auf ihre Stromrückzahlung, doch anstatt, dass das Geld auf ihrem Konto landet, bekommt die Rentnerin immer wieder leere Versprechen zu hören.
Alles begann mit einer guten Nachricht ausgerechnet an einem Freitag den 13. An jenem Tag fischte die Rentnerin ihre Stromabrechnung vom Versorger EWE aus dem Briefkasten und stellte erfreut fest, dass sie rund 585 Euro zurückgezahlt bekommt. "Das ist eine Menge Geld für mich", sagt Renate Gerth. Weil sie kein Lastschriftmandat nutzt, sondern den Stromabschlag monatlich per Überweisung zahlt, rief Renate Gerth umgehend bei der EWE an, um ihre Kontoverbindung für die Rückzahlung zu nennen. "Am Telefon sagte man mir, dass es etwa zehn Tage dauern werde, bis das Geld eingeht. Grund sei das SEPA-Verfahren", so die Seevetalerin. Beim Blick auf ihren Kontostand zehn Tage später musste sie jedoch feststellen, dass noch kein Geld da war. Erneut rief sie den Kundenservice an. "Dieses Mal hieß es, das Geld käme in wenigen Tagen", erinnert sich Renate Gerth. Doch auch mehrere Tage später konnte sie keinen Zahlungseingang feststellen. "Also rief ich wieder bei der EWE an und fiel aus allen Wolken", so die 64-Jährige. "Es hieß, es würde noch einmal zehn Tage dauern, bis ich die Rückzahlung bekomme." Zwar sei der Mitarbeiter am Telefon sehr bemüht gewesen, aber wirklich weiterhelfen konnte er Renate Gerth nicht. Sein Vorgesetzter war nicht zu sprechen. Das Ganze gipfelte schließlich in der Bemerkung, die Rentnerin hätte sich ihr Geld ja auch bar in Delmenhorst abholen können. "Behandelt man so seine Kunden?", fragt sie sich. "Ich zahle meine Stromrechnung schließlich auch pünktlich!"
Anscheinend gibt es bei der EWE nicht nur Verzögerungen bei den Rückzahlungen, sondern auch beim Beantworten von Pressefragen. Zwar teilte Pressesprecher Dr. Karl Hackstette mit, die WOCHENBLATT-Anfrage an den Vertrieb weitergeleitet zu haben. Von dort war bis Redaktionsschluss jedoch nichts zu hören.
Renate Gerth hofft nun, dass sie ihre Rückzahlung wie angekündigt bis Mitte nächster Woche bekommt und ihr ein weiterer Anruf erspart bleibt. Dann hat sie knapp einen Monat auf immerhin fast 600 Euro gewartet.