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Unglaublich: Henry Wübbe ist seit 80 Jahren bei der Feuerwehr

Henry Wübbe erinnert sich gern an alte Feuerwehrzeiten
kb. Seevetal. „Ich war noch ein richtig junger Bengel“, erzählt Henry Wübbe (97) schmunzelnd von der Zeit, als er in die Feuerwehr Glüsingen eintrat. Seit unglaublichen 80 Jahren gehört Wübbe nun schon zu den Brandschützern seines Wohnortes. Ein Jubiläum, das seinesgleichen sucht.
Henry Wübbe war 17 Jahre alt, als er am 1. Oktober 1934 in die Ortsfeuerwehr der damals selbstständigen Gemeinde Glüsingen eintrat. Um Feuer zu bekämpfen, rückten die Brandschützer damals mit der pferdebespannten Handdruckspritze aus. Heute kaum noch vorstellbar - damals hoch modern. Henry Wübbe, der mit 17 eigentlich noch gar nicht zur Feuerwehr gedurft hätte - das Eintrittsalter lag damals bei 18 - war zu Beginn seiner Dienstzeit für das Führen der Pferde zuständig. „An den Brandherd durfte ich nicht, ich musste schön bei den Pferden bleiben“, erinnert er sich. Alarmiert wurden die Retter zu jener Zeit mit einer Glocke, die in einer Astgabel in der Straße „Lohe“ hing. „Die Pferde waren immer schon ganz aufgeregt und wollten los, wenn der Alarm ging“, so der Senior.
1938 wurde Henry Wübbe zum Kriegsdienst eingezogen. Nachdem er im Frühjahr 1945 in sein Dorf zurückkehrt war, wurde Wübbe schnell zum gefragten Maschinisten der Ortswehr. „Ich hatte ein bisschen Ahnung, und wenn es etwas zu schrauben gab, habe ich mit angepackt“, erzählt der 97-Jährige. Auf einsatzbereite Maschinen legte er stets großen Wert: „Meine Spritze lief immer!“ Brandmeister hingegen wurde Wübbe nie - aus Zeitmangel. Mit seiner Familie betrieb er eine Landwirtschaft. Kühe, Schweine und Hühner mussten täglich versorgt werden. „Da konnte ich nicht einfach eine Woche zum Lehrgang fahren“, erzählt Henry Wübbe. Der Feuerwehrdienst hat ihm immer großen Spaß gemacht. „Wir waren eine tolle Truppe“, sagt der Senior. „Da wurde auch mancher Blödsinn gemacht.“
Mit 62 musste Wübbe in die Alters- und Ehrenabteilung der Wehr übertreten. Zu früh, findet er. Seine Leidenschaft für die Feuerwehr hat der Glüsinger an die nachfolgenden Generationen „vererbt“. Sohn Heinrich war lange stellvertretender Ortsbrandmeister und gehört inzwischen auch zur Altersabteilung. Die Enkelkinder Henning und Christina sind ebenfalls in der Feuerwehr aktiv. Christina Wübbe ist seit 2014 als erste Frau im gesamten Landkreis stellvertretende Ortsbrandmeisterin. Zur Freude des stolzen Großvaters. Der ist mit seinen 97 Jahren zwar nicht mehr so gut zu Fuß, aber seine Lebensfreude trübt das nicht.
Anlässlich seines Feuerwehr-Jubiläums wurde Henry Wübbe kürzlich von Ortsbrandmeister Andreas Kaska mit einem extra angefertigten Ehrenabzeichen ausgezeichnet. Was für ihn aber wirklich zählt, sind die vielen schönen Erinnerungen an 80 Jahre Feuerwehr.