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Vergiftet? Pony Charly stirbt qualvollen Tod

Hoffen, dass ihren drei verbleibenden Ponys nichts passiert: Sandra Tonn (li.) und ihre Schwester Bianca
 
Pony "Charly" wurde nur 14 Jahre alt (Foto: privat)
kb. Helmstorf. "Wir haben bis zum Schluss gehofft, dass Charly es schafft." Sandra Tonn (28) und ihre Schwester Bianca (25) sind noch immer geschockt. Am Montag starb ihr erst 14 Jahre altes Pony "Charly". Der furchtbare Verdacht: Ein Unbekannter hat das Pony vergiftet. Und vermutlich nicht zum ersten Mal. Bereits Anfang August hatte "Charly" mit einer schweren Vergiftung zu kämpfen, überlebte nur knapp.
"Charly" und drei weitere Ponys der Familie stehen auf einer Weide in der Nähe von Helmstorf (Seevetal). Anfang August kam es zum ersten Zwischenfall. Wallach "Charly" zeigte alle Anzeichen für eine Vergiftung, taumelte mehr als dass er noch lief, hatte Schaum vor dem Mund. Nur durch erheblichen tiermedizinischen Einsatz konnte das kleine Pony geretten werden. "Charly bekam Infusionen, Antibiotika, Aufbau-Medikamente für die Leber, Cortison - das ganze Programm", erinnert sich Sandra Tonn. Zunächst durfte "Charly" nicht wieder auf die Weide, später für einige Stunden.
Einen Verdacht auf Fremdverschulden hatten Sandra Tonn und ihre Schwester im August noch nicht. "Es ist zwar sehr unwahrscheinlich, weil unsere Ponys schon seit 15 Jahren auf der Weise stehen und hier keine giftigen Pflanzen wachsen, aber wir dachten, dass Charly vielleicht doch etwas Falsches gefressen hat", sagt Sandra Tonn. Vielleicht sei jemand vorbeigekommen und habe das Tier unwissend falsch gefüttert.
"Charly" überlebte die Vergiftung ohne bleibende Schäden, war gerade vom Tierarzt für topfit erklärt worden und durfte wieder auf die Weide, als seine Besitzer ihn am vergangenen Sonntag wieder in einem erbärmlichen Zustand vorfanden. "Als wir abends zur Weide kamen, lief Charly nur ganz langsam auf uns zu, den Kopf nach unten gebeugt", erzählt Sandra Tonn. Wie schon vier Wochen zuvor hatte der Wallach Schaum vor dem Mund, drohte umzufallen. Was die Ponybesitzer stutzig machte: In "Charlys" Mähne entdeckten sie eine Art geflochtenen Zopf, außerdem war die Absperrung im Stalleingang durchbrochen. "Da kam uns zum ersten Mal der Verdacht, dass jemand unser Pony absichtlich vergiftet haben könnte", sagt Sandra Tonn.
Dieses Mal konnte der Tierarzt "Charly" nicht retten, am Montagabend musste das Pony eingeschläfert werden. Für die Schwestern ein großer Verlust, "Charly" stammte aus eigener Zucht, gehörte seit 14 Jahren quasi zur Familie.
Um die Todesursache zu klären, wurde das Tier seziert. Ohne klares Ergebnis. Auf eine teure toxikologische Untersuchung verzichteten Sandra Tonn und ihre Familie. "Aber diese Art Zopf in der Mähne und der aufgebrochene Stall - es muss jemand an der Weide gewesen sein", sagt Sandra Tonn. Sie oder ein Familienmitglied kommen jeden Tag zur Weide - am Vortag sei noch alles in Ordnung gewesen.
Der Fall von "Charly" ist der Polizei bekannt, die im Internet kursierenden Beschreibungen eines mutmaßlichen Täters wollen jedoch weder die Ponybesitzer noch Polizeisprecher Jan Krüger bestätigen. "Wir selber haben niemanden gesehen", sagt Sandra Tonn. Die Polizei habe am Sonntagabend vor Ort noch die Weide abgesucht, aber auch nichts Verdächtiges entdeckt. So bleibt der Fall rätselhaft.
Aus Angst vor weiteren Zwischenfällen wollen die Ponybesitzer künftig noch öfter zur Weide fahren. Pferdebesitzer, die ihre Tiere in der Nähe stehen haben, seien informiert und schauen ebenfalls ab und zu nach dem Rechten. "Wir können nur an alle appellieren, aufmerksam zu sein", sagt Sandra Tonn.