Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Verkehrsberuhigung Hörsten: "Hier muss was passieren"

Der Kfz-Verkehr in Hörsten hat zwischen 2010 und 2012 um 56 Prozent zugenommen, kaum jemand fährt wirklich die erlaubten 30 km/h. Das belastet die Anwohner

Rund 56 Prozent mehr Kfz-Verkehr in Hörsten: Ortsrat stimmt für Maßnahmen zur Entlastung der Anwohner

kb. Maschen/Hörsten. Die Errichtung von Berliner Kissen in der Straße "Grüner Damm" und der Neubau des Fußweges auf dem Deich zwischen Hörstener Straße und "Grüner Damm" sind die ersten konkreten Schritte, für die sich der Ortsrat Maschen jetzt in Sachen "Verkehrsberuhigung Hörsten" ausgesprochen hat. Die nächste Entscheidung zu dem Thema fällt der Verkehrsausschuss der Gemeinde.
Schon seit Längerem ist der zunehmende Verkehr, der durch Hörsten fließt ein Ärgernis für die Anwohner. Dass die sich nicht einbilden, dass immer mehr Autos und Lkw durch ihren kleinen Ort rollen, belegen Verkehrsmessungen. Zwischen 2010 und 2012 hat die Verkehrsbelastung in Hörsten von rund 1.600 Fahrzeugen am Tag auf 2.300 bis 2.700 Kfz pro Tag zugenommen. Das sind im Mittel satte 56 Prozent. Hinzu kommt: Nur die wenigsten Fahrer, die den Weg durch Hörsten vor allem dann gerne als Abkürzung nutzen, wenn sich der Verkehr auf der Autobahn Richtung Hamburg staut, halten sich an die Tempo 30-Beschränkung.
Die Gemeindeverwaltung hatte zur Sitzung ein umfangreiches Papier erarbeitet, in dem verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung und Verlangsamung des Verkehrs durch Hörsten und zur Entlastung der Anwohner vorgestellt wurden. Die Vorschläge dazu waren aus dem Arbeitskreis Verkehr des Ortsrates gekommen. Gewünscht und auch realisiert werden wird eine Ausweitung und Verbesserung der Beschilderung, die u.a. auf die Durchfahrtsbeschränkung für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen aus Richtung Maschen sowie "Anlieger frei" aus Richtung Meckelfeld hinweist. Auf die 30km/h-Tempobeschränkung soll auf der Deichstraße ein weiteres Piktogramm aufmerksam machen.
Realisiert werden soll außerdem der relativ günstige Bau von sogenannten "Berliner Kissen", die die Autofahrer dazu zwingen sollen, den Fuß vom Gas zu nehmen. Die Maßnahme schlägt mit rund 4.000 Euro zu Buche. Umgesetzt werden soll auch die Erneuerung des Geh- und Radweges auf dem Deich zwischen Hörstener Straße und "Grüner Damm" auf einer Länge von 345 Metern. Derzeit ist der Weg in einem sehr schlechten Zustand, u.a. weil der Deichverband in der Vergangenheit bei der Unterhaltung des Deiches keinerlei Rücksicht auf den vorhandenen Weg genommen habe. Fußgänger und Radfahrer werden auf die Straße gezwungen. Die Kosten liegen bei rund 75.000 Euro.
"Der Gehweg ist derzeit nicht mehr sicher, hier muss was passieren", machte Matthias Clausen (Grüne), aus der Arbeitsgruppe Verkehr noch einmal deutlich. Das sahen auch seine Ratskollegen so, die sich ohne Gegenstimme für diese Maßnahme wie auch für die Berliner Kissen aussprachen. Eine Entscheidung, die von den anwesenden Anwohnern mit Applaus bedacht wurde. "Das ist der Einstieg in konkrete Maßnahmen", freute sich Ortsbürgermeisterin Angelika Tumuschat-Bruhn über das klare Votum. Die Verwaltung soll außerdem damit beauftragt werden, mit dem Deichverband Gespräche über eine Kostenbeteiligung zu führen. Dieser habe die Schäden schließlich mitverursacht.