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Verwirrspiel um Deichbäume

Kupierte Eichen an der Straße "Am Herrendeich" in Hörsten: Deichpflegemaßnahme oder Licht schaffen für ein Wohnhaus? Vielleicht schlagen die Bäume ja wieder aus

Am Deich in Hörsten sind im Auftrag des Deichverbandes große Eichen gefällt oder verstümmelt worden - zum Ärger von Naturschützern


rs.Seevetal. Nur eines ist sicher: Bei der derzeit laufenden Abholzaktion am Deich in Hörsten sind Umfang, Motive und Nutzen der Aktion weiter unklar. Das wurde bei der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Burg Seevetal deutlich, wo die Holzaktion die Gemüter erhitzte - obwohl sie gar nicht auf der Tagesordnung stand.
Kritik gab's für den Deichverband, aber auch für das WOCHENBLATT. Wir hatten von 17 Pappeln berichtet, die der Deichverband in Abstimmung mit der zuständigen Kreisbehörde am Hörster Deich unter die Säge nehmen wollte - und damit wiedergegeben, was wir von Kreissprecher Bernhard Frosdorfer mitgeteilt bekommen hatten. Bei der Gemeinde Seevetal wußte man es bereits anders: Inzwischen habe der Landkreis die Zahl auf 35 Bäume korrigiert.
Rainer Weseloh (Grüne), der bereits im Vorfeld der Fällaktion auf 145 markierte Bäume hingewiesen und die beabsichtigte Fällaktion scharf kritisiert hatte, will jetzt Aufklärung darüber, warum zwei gewaltige Eichen, von denen eine möglicherweise teils auf Privatgrund steht, bis auf einen drei Meter hohen Stumpf beseitigt worden sind. Weseloh: "Geht es hier um Brennholzgewinnung oder mehr Licht für die Anwohner?" Einen Sinn für die Deichsicherheit vermag der Naturschutzexperte in der Aktion nicht zu sehen.
Auch Ratsvorsitzende Angelika Tumuschat-Bruhn (SPD) zeigte sich empört. "Das ist ein Hammer, was hier passiert ist." Ihr waren ebenfalls vom Landkreis unrichtige Angaben gemacht worden, die sie an die Bürger weitergegeben hatte.
Der Deichverband begründet die Markierungsaktion einem Zeitungsbericht zur Folge mit einer Baumzählung. Demnach seien nur 15 Pappeln und 20 Birken gefällt worden.
Der einzige Mensch, der die Sache zu 100 Prozent aufklären könnte, ist Deichvogt Hermann Langerbein. Doch der war für das WOCHENBLATT trotz mehrfacher Versuche nicht erreichbar. Jetzt soll Langerbein zur nächsten Hörstener Ortsratssitzung geladen werden.