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"Verzweiflung wächst": Anwohner in Maschen fühlen sich beim Lärmschutz übergangen

Marion und Ernst-Ulrich Lorey (v. li.) sowie Prof. Dr. Peter Müller-Seitz von der Bürgerinitiative haben genug von der ständigen Lärmbelastung durch den Güterbahnverkehr
kb. Maschen. Die geplanten Lärmschutzmaßnahmen der Deutschen Bahn in Seevetal an der Strecke Bremen/Hamburg ruft nicht überall in der Gemeinde Begeisterung hervor. Wie berichtet, sind aktive und passive Lärmschutzmaßnahmen für rund 650 Haushalte angedacht, insgesamt will der Bund, der das Lärmsanierungsprogramm finanziert, rund 5 Millionen Euro in Seevetal investieren.
Nicht betroffen von dieser Lärmsanierung ist die Güterumgehungsbahn. Die Anwohner an der Strecke in der Maschener und Horster Heide fühlen sich übergangen. "Die Lärmbelastung hat bei uns dramatische Ausmaße erreicht, das Gebiet sollte mit Priorität behandelt werden", sagt Marion Lorey, Vorsitzende der Bürgerinitiative Horster Heide. "Bei uns wachsen Unmut und Verzweiflung", so Lorey. Durch den in etwa sechs Meter Höhe verlaufenden Bahndamm sei der Lärm besonders stark.
Die Bürgerinitiative hatte vor rund eineinhalb Jahren bereits eine Petition für einen besseren Lärmschutz an der Güterumgehungsbahn bei der Deutschen Bahn eingereicht, unterschrieben von rund 1.200 Anwohnern. Getan hat sich seither anscheinend nichts.
Dass man beide Bahnstrecken nicht einfach in einen Topf werfen kann, erklärte unlängst Gerhard Warnke, Projektleiter der DB-Projektbau, auf der Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses. Für die Güterumgehungsbahn laufe ein eigenes Verfahren, ein Schallgutachten würde gerade erstellt, so Warnke. Allzu große Hoffnungen auf aktiven Lärmschutz - also Lärmschutzwände - wollte er den Anwohnern jedoch nicht machen. "In dem Gebiet sind eher passive Maßnahmen denkbar", so Warnke. Marion Lorey reicht das nicht. "Drei- oder Vierfachverglasung ist ja schön und gut, aber wir wollen im Sommer auch mal draußen sitzen", so die genervte Anwohnerin.