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Was hat Kinderarbeit mit Kakao zu tun? Spannendes Projekt in der Ferienbetreuung Seevetal

kb. Seevetal. Herrlich süß und einfach richtig lecker: Es gibt wohl kaum jemanden, der keine Schokolade mag. Dass Kakaobohnen aber eigentlich eher bitter sind, die Herstellung der kalorienreichen Süßigkeit relativ kompliziert ist und es einen großen Unterschied zwischen Bio-Schokolade und fair gehandelten Produkten gibt, das haben jetzt Seevetaler Grundschulkinder in der Ferienbetreuung der offenen Ganztagsschule gelernt. Zu Gast waren Maike Bruns und Aliou Badji vom Hamburger Verein Terra Africa mit ihrem Projekt "Schokolade in aller Munde".
Nicht für alle Kinder auf der Welt ist Schokolade nur mit dem Gedanken an eine leckere Nascherei verbunden. Besonders in West-Afrika arbeiten zum Teil schon Sechsjährige im Kakao-Anbau. Das erfuhren die Kinder in Seevetal am ersten Projekttag in einem Dia-Vortrag. Um Kinderarbeit zu bekämpfen, sollten Verbraucher daher zu fair gehandelter Schokolade greifen. "Das haben unsere Kinder sofort begriffen, ich bekam schon am nächsten Tag Rückmeldungen von Eltern, die beim Kauf von Schokolade nun ganz besonders auf das 'Fair Trade'-Symbol achten werden, weil ihre Sprösslinge sie darauf hingewiesen haben", erzählt Rosi Birke, die die Ferienbetreuung der offenen Ganztagsschulen leitet.
Um zu lernen, wie Schokolade hergestellt wird, hatten Maike Bruns und Aliou Badji eine Kakaofrucht dabei, aus der die Kakaobohnen gewonnen werden. Diese durften die Kinder dann eigenhändig rösten. Und natürlich probieren. Dabei stellten sie fest: So süß wie Schokolade sind die gerösteten Bohnen nicht. Der Geschmack ist ein bisschen bitter, erinnert eher an Kaffee.
Geschäftiges Treiben herrschte am zweiten Tag des Schokoladen-Projektes in der Lernküche der Grund- und Hauptschule Meckelfeld. Eigene Pralinen und Schkoladen-Tafeln herzustellen war das Ziel, das die kleinen Chocolatiers mit Feuereifer verfolgten. Es wurde Schokolade geschmolzen, Kakaobutter erwärmt, Puderzucker gesiebt und Vanillemark hinzugegeben, bis schließlich die Schoko-Masse fertig war. Die gossen die Kinder voller Konzentration in kleine Förmchen. "Morgen dürfen wir dann probieren", freuten sich alle.
Rosi Birke war gleich Feuer und Flamme für das Projekt. "Es ist toll, den Kinder nicht nur Wissen über Lebensmittel und deren Herkunft zu vermitteln, sondern auch gleich noch das Bewusstsein für fairen Handel zu schärfen." Terra Africa bietet das Projekt "Schokolade in aller Munde" für Grundschulen, aber auch weiterführende Schulen an. Kontakt per E-Mail an terrafricaev@yahoo.de.