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Zukunftsweisend: Investor stellt Pläne für "Wohnquartier Emmelndorf" vor

Auf der Fläche an der Hittfelder Landstraße in Emmelndorf würde die HVVG gerne ein Quartier mit verschiedenen Wohnmöglichkeiten für Senioren errichten
 
Wilhelm Kuhrt präsentierte die neuen Pläne
kb. Seevetal. Stationäre Pflegeplätze, betreutes Wohnen, familiengerechte Wohnungen, offene Wohngemeinschaften und Plätze speziell für Demenzkranke, dazu eine Kita: Was Wilhelm Kuhrt, Geschäftsführender Gesellschafter der HVVG, für das "Wohnquartier Emmelndorf" in Seevetal plant, dürfte im Landkreis einmalig sein. Ob seine Vision Realität wird, steht allerdings noch in den Sternen. Seine Ideen präsentierte der Bauunternehmer mit Firmensitz in Halstenbek (Kreis Pinneberg) jetzt auf einer Sitzung des Ausschusses für Jugend, Senioren und Soziales in Hittfeld.
Schon seit einiger Zeit wird der Bau eines Seniorenzentrums in Emmelndorf an der Ecke Hittfelder Landstraße/Steineck diskutiert. Mit seinem ersten Entwurf war Kuhrt, dessen Firma HVVG das insgesamt knapp fünf Hektar große Grundstück in Emmelndorf schon seit 22 Jahren gehört, am politischen Willen gescheitert. Zu gewaltig erschien vielen die Planung. "Deshalb haben wir jetzt umgedacht", so der Unternehmer im Ausschuss.
Die Idee: Von der Gesamtfläche soll lediglich der südliche Bereich mit einer Fläche von geschätzt knapp drei Hektar bebaut werden. Im nördlichen Bereich soll eine Grünfläche entstehen. Anders als im ersten Entwurf, in dem die HVVG ein einziges großes Gebäude in L-Form entlang der Hittfelder Landstraße geplant hatte, sollen jetzt mehrere kleinere Häuser und ein etwas größerer Bau verteilt auf dem Gelände entstehen. Alle durch eine unterirdische Tiefgarage miteinander verbunden.
Im "Wohnquartier Emmelndorf" sollen 120 Plätze in der stationären Pflege entstehen, 90 Wohnungen für betreutes Wohnen, zwölf Plätze in einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke, 48 Plätze in offenen Wohngemeinschaften und 23 familiengerechte Wohnungen. Außerdem sind 80 Kita-Plätze geplant sowie Therapiepraxen, 24 Tagespflegeplätze, ein kleines Café und eine Senioren-Begegnungsstätte. "Wir wollen einen Wohn-, Lebens- und Arbeitsraum für verschiedene Generationen schaffen", so Kuhrt, der mit rund 160 neuen Arbeitsplätzen rechnet. Seine Firma würde das Objekt nicht nur bauen lassen, sondern auch betreiben.
Für Ulf Alsguth, der dem Ausschuss als Vorsitzender des Seniorenbeirats als beratendes Mitglied angehört, eine zukunftsweisende Idee. "Ich bin überzeugt davon, dass wir diese Plätze brauchen. Die Möglichkeit, so etwas zu entwickeln hat nicht jede Gemeinde", so Alsguth. Besonders die Möglichkeit für betreutes Wohnen sei wichtig. Derzeit gebe es dafür nicht einen einzigen Platz in Seevetal.
Bei der CDU stieß die Quartierslösung auf weniger Gegenliebe. "Es wäre besser gewesen, den ersten Entwurf einfach zu reduzieren", so Walter Schulz. Das Übergewicht liege im Gegensatz zur früheren Planung nun im Wohnbereich. "Wir haben uns vor Jahren jedoch bewusst gegen eine Wohnbebauung der Fläche und für eine Sondernutzung entschieden", so Schulz. Auch von den Freien Wählern gab es Kritik. "Ich fühle mich auf den Arm genommen, das Projekt ist ja noch gewaltiger als das erste", so Werner Zimmer.
Bei den Grünen hingegen kam das Gesamtkonzept grundsätzlich gut an. "Wir müssen aber sehen, ob der Bedarf wirklich gegeben ist", sagte Gerhard Nobis. Eine Frage, die wie viele weitere Details nun geklärt werden muss. Der von Kuhrt vorgestellte Entwurf soll als Grundlage für die weitere Diskussion in den verschiedenen politischen Gremien dienen.