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Asylbewerber in Turnhallen? Landkreis sucht dringend Unterkünfte für Flüchtlinge

"Wir brauchen dringend neue Unterkünfte": Reiner Kaminski (Foto: archiv)
(kb). Der Landkreis Harburg sucht händeringend nach Unterkünften für Asylbewerber: Am Mittwoch hat die Kreisverwaltung alle Bürgermeister der Städte, Samtgemeinden und Einheitsgemeinden zu einem Gespräch ins Kreishaus geladen und sie dringend gebeten, kurzfristig freie Grundstücke und Gebäude für Asylbewerberunterkünfte zu melden. Anlass ist die steigende Zahl von Flüchtlingen, die sich in den letzten Wochen fast verdoppelt hat:
„Seit Mitte August weist uns die Niedersächsische Landesaufnahmebehörde wöchentlich 35 bis 40 Asylbewerber zu, die wir in den Gemeinden unterbringen müssen“, sagte Erster Kreisrat Rainer Rempe der Bürgermeisterrunde.
"Wir müssen davon ausgehen, dass sich diese erhöhte Quote auf absehbare Zeit nicht verringern wird“, so Reiner Kaminski, Bereichsleiter Soziales für den Landkreis. Insgesamt rechnet er bis Ende 2015 mit mehr als 2.000 neuen Flüchtlingen, die in den 42 Gemeinden des Landkreises untergebracht werden müssen. „Wenn wir in den nächsten Wochen keine kurzfristig nutzbaren Unterkünfte für jeweils mindestens 30 bis 120 Flüchtlinge finden, sind unsere Platzkapazitäten bereits in vier Wochen, also Anfang Oktober, komplett ausgeschöpft“, so Kaminski.
Seit Anfang 2013 hat der Landkreis insgesamt 40 neue Unterkünfte mit fast 900 Plätzen geschaffen. Doch das reicht für die steigenden Zuweisungen nicht aus. Bislang hatte der Landkreis 58 bis 60 Plätze als Obergrenze für Unterkünfte festgelegt. Doch jetzt werden in allen 42 Gemeinden des Landkreises auch Turnhallen, Gasthöfe oder Schützensäle sowie geeignete Gelände für Zeltlager geprüft, um sie kurzfristig als Notunterkünfte zu nutzen.
Alle Ortsgemeinden sind jetzt aufgefordert, dem Landkreis bis zum 10. September geeignete Flächen und Immobilien sowie Schützen- oder Sporthallen zu melden, die als Notunterkünfte in Frage kommen. Auch Bürger können Vorschläge für mögliche Geländeflächen oder Immobilien in ihrer Ortsgemeinde melden oder sich damit direkt an den Landkreis wenden. Sobald neue Standorte feststehen, werden Anwohner und Öffentlichkeit möglichst zeitnah durch Landkreis und Gemeinde informiert.