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Bauausschuss spricht sich für neues "Burg"-Sanierungskonzept aus / CDU scheitert mit Antrag

Am Donnerstag entscheidet der Gemeinderat über die Sanierung der Burg Seevetal (Foto: archiv)
kb. Seevetal. Zu immer neuen Diskussionen führt die notwendige Sanierung der Burg Seevetal in Hittfeld. Wie berichtet, hatte die Verwaltung gemeinsam mit einer fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe ein neues Konzept mit veränderter Raumnutzung und einem Verzicht auf ein an das Veranstaltungszentrum angegliedertes Restaurant erarbeitet. Die Umbaukosten liegen bei rund 6,4 Millionen Euro. Im Bauausschuss der Gemeinde stießen die neuen Planungen auf allgemeine Zustimmung. Doch der Teufel steckt wie immer im Detail - in diesem Fall im Dach.
Die Verwaltungsvorlage sieht einen Verzicht auf einige Maßnahmen vor, die erst langfristig fällig werden - u.a. die Erneuerung eines Teils des Daches. "Wir haben diese Modernisierungen derzeit aus der Planung herausgenommmen, weil wir die Gesamtkosten im angepeilten Rahmen belassen wollten", so Ingo Knedel, Leiter Gebäudewirtschaft der Gemeinde Seevetal. Die Kosten für eben jene langfristigen Maßnahmen liegen bei insgesamt rund 447.000 Euro, davon wären etwa 300.000 Euro für die Erneuerung der Pfannendächer und einige Fassadenarbeiten fällig.
Ein vernünftiger Ansatz, wie Heiner Steeneck (SPD) fand. "Es ist sinnvoll, dass gewisse Maßnahmen, die derzeit noch nicht nötig sind, zurückgestellt werden, damit der Kostenrahmen nicht überschritten wird", so Steeneck. Das sah Willy Klingenberg von den Freien Wählern ähnlich. "Es macht kaufmännisch keinen Sinn, das komplette Dach jetzt schon zu sanieren", so Klingenberg. Den Entwurf bezeichnete er als sehr gelungen, ebenso wie Hans-Günther Bruhn (Grüne).
Einzig bei der CDU wollte keine rechte Begeisterung über den Verzicht auf die Erneuerung der Pfannendächer aufkommen - trotz grundsätzlicher Bedenken über die immensen Kosten für die Sanierung der "Burg". "Wir halten es für bedenklich, das zu finanzieren, würden die Sanierung aber trotzdem mittragen", so Walter Schulz. "Aber wir halten nichts davon, nicht gleich alles komplett zu modernisieren, auch wenn das knapp 500.000 Euro mehr kostet." Auch Bürgermeisterin Martina Oertzen argumentierte in diese Richtung, allerdings nur bezogen auf die Dachflächen. "Denken Sie noch einmal darüber nach, ob wir nicht doch das komplette Dach sanieren wollen", so Oertzen. Immerhin bedeute dies "nur eine Kostensteigerung um fünf Prozent".
Auf Nachfrage aus dem Ausschuss bestätigte die Verwaltung noch einmal, dass eine Komplettsanierung der Dachflächen derzeit nicht notwendig sei. "Das Dach ist in einem ordentlichen Zustand", so Thorsten Hein vom Amt für Gebäudewirtschaft.
Bei der Abstimmung scheiterte die CDU mit vier zu fünf Stimmen mit ihrem Antrag, gleich die Komplettsanierung vorzunehmen. Die Mehrheit des Ausschusses empfahl, das Konzept, wie von der Verwaltung ausgearbeitet, zu verabschieden. Das letzte Wort hat nun der Gemeinderat auf seiner Sitzung am Donnerstag, 16. Juni, ab 18.30 Uhr in der Burg Seevetal.

Kommentar:

Klare Worte statt "Herumeiern"

Das Verhalten der CDU im Bauausschuss ist für mich ein gutes Beispiel dafür, warum immer mehr Bürger keine Lust haben, sich mit Politik zu beschäftigen. Wenn Walter Schulz seine Ausführungen angesichts klammer Gemeindekassen mit "Wir halten es für bedenklich, das zu finanzieren" beginnt, dann darüber klagt, dass "Finanzen keine Lobby haben", um nur zwei Sätze später zu fordern, dass trotzdem das gesamte Gebäude saniert werden soll, auch wenn das fast 500.000 Euro mehr kostet, frage ich mich, wer dieser Argumentation folgen soll. Knapp 500.000 Euro werden nicht weniger, wenn man sie in mahnende Worte und sorgenvolles Stirnrunzeln verpackt. Das wissen auch die Wähler, die klare Positionen sicher mehr begrüßen würden, als derartiges "Herumeiern". Katja Bendig