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"Das sprengt den Rahmen" - Decatur-Brücke in Maschen

Die Decatur-Brücke über den Rangierbahnhof Maschen wurde 1995 von der Gemeinde Seevetal übernommen

Die Decatur-Brücke in Maschen muss saniert werden / Gemeinde drohen Kosten in Höhe von 7,5 Mio. Euro

kb. Maschen. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, heißt es in einem Sprichwort. Doch das kann böse Folgen haben. Rund 7,5 Millionen Euro könnte es die Gemeinde Seevetal kosten, wenn Sie die Decatur-Brücke, die über den Rangierbahnhof Maschen führt, sanieren will.
Die Brücke hatte die Gemeinde 1995 von der Deutschen Bahn übernommen und 3,6 Millionen DM für die Unterhaltung des Bauwerks bekommen. Das Geld ist längst weg, was bleibt ist die inzwischen marode Brücke. Dass an deren Sanierung kein Weg vorbei führt, machten jetzt Ingenieur Thorsten Löwe von der Firma „LPlan“ aus Hildesheim und Uwe Pesel, Leiter der Tiefbauabteilung der Gemeinde, im Verkehrsausschuss deutlich.
Bei der letzten Brückenhauptprüfung wurde ein erheblicher Instandsetzungsbedarf im Bereich der kompletten Brücke festgestellt. U.a. finden sich an den Schutzplanken zwischen Fahrbahn und Gehwegen starke Korrosionsspuren, es wurden massive Betonschäden an den Schrammborden festgestellt und es gibt erste Anzeichen dafür, dass die 40 Jahre alten Kappen, die sich links und rechts außen an der Brücke befinden und auf denen auch die Geh- und Radwege verlaufen, über kurz oder lang herunterfallen könnten. „Das Problem muss in absehbarer Zeit angegangen werden“, so Thorsten Löwe.
Doch die Sanierung wird nicht einfach: Die Oberleitungen der Bahn laufen sehr dicht unter der Brücke entlang, außerdem befinden sich direkt unter der Brücke die Weichen für den Rangierbahnhof. „Die Möglichkeit für die Bauarbeiten einzelne Gleise stillzulegen, wird es nicht geben“, erklärte Löwe. „Dann liegt gleich der halbe Rangierbahnhof lahm.“ Um überhaupt an die Kappen zu gelangen, müsste ein aufwendiges Gerüst her.
Doch was Politikern und Verwaltung wirklich Kopfschmerzen bereitet, sind die immensen Kosten, die im Falle einer Sanierung auf die Gemeinde zukommen. Allein der Abbruch und Neubau der Kappen schlägt mit rund 4,8 Millionen Euro zu Buche, insgesamt werden die Kosten auf knapp 7,5 Millionen Euro geschätzt. „Das sprengt unseren Rahmen“, so Bauamtsleiter Gerd Rexrodt.
Einsparpotential ist vorhanden, wirklich günstiger wird die Sanierung dadurch nicht. So könnte die Gemeinde das Tempo auf der Brücke von derzeit 100 km/h auf 50 km/h drosseln und im Zuge dessen auf den Neubau der Schutzplanken zum Gehweg verzichten - damit wäre die Maßnahme rund 400.000 Euro billiger. Blieben noch immer 7,1 Mio.
Die Gemeinde will jetzt versuchen, die Bahn und das Land Niedersachsen bei der Finanzierung ins Boot zu holen. Seitens der Deutschen Bahn habe man aber bereits signalisiert, dass die Verantwortung für die Instandhaltung der Brücke allein bei der Gemeinde liege, berichtete Uwe Pesel. Man habe ihm wortwörtlich gesagt: „Sie haben die Brücke geschenkt bekommen und für das Geld ein Schwimmbad gebaut, was wollen sie eigentlich?“