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Decatur-Brücke: Dialog-Werkstatt in der Burg Seevetal

Für Bahnromantiker ist der Rangierbahnhof Maschen ein Highlight - zwischen Maschen und Hörsten ist er derzeit ein großes Hindernis (Foto: Christoph Schirm)
kb. Seevetal. Es wurde lang und oft ins Blaue hinein diskutiert, gab viele Vorwürfe und reichlich Unmut - nun wird konstruktiv am Problem „Decatur-Brücke“ gearbeitet: am Donnerstag, 9. Februar, ab 18 Uhr findet das Dialogforum „Seevetal verbinden“ in der Burg Seevetal in Hittfeld statt. Die Bürger bekommen die Gelegenheit, Ideen zum Umgang mit der Schließung der Decatur-Brücke zu äußern und mit Planern und Entscheidern ins Gespräch zu kommen.
Was passiert beim Dialogforum? Das Planungsbüro Sweco, das den Abwägungsprozess rund um die Decatur-Brücke im Auftrag der Gemeinde Seevetal begleitet, hat in einem ersten Schritt eine Bestandsaufnahme und Analyse der aktuellen Situation durchgeführt. Die Ergebnisse werden im Rahmen der Veranstaltung vorgestellt und sollen an sechs Themeninseln vertieft werden. Dort können sich die Bürger mit ihren eigenen Ideen und Anregungen einbringen.
Die Themeninseln beschäftigen sich mit den Veränderungen in den Bereichen Arbeiten und Lernen (Wege der Pendler und zu Bildungseinrichtungen), Wohnen, Versorgen und Sicherheit (Wege zu Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten, sowie Rettungswege und Wohnortqualität im Allgemeinen), Gewerbe und Handel (Anbindung von Betrieben) sowie Naherholung und Umwelt. Parallel wird es eine Insel zum Thema „Sachstand Alternativenprüfung und Brückenabriss“ geben. Darüber hinaus beantwortet Bürgermeisterin Martina Oertzen an der Station „Seevetal verbinden – aber wie?“ konkrete Fragen rund um das Thema Decatur-Brücke.
Die Teilnehmer der Dialogwerkstatt werden außerdem zu unterschiedlichen Themen befragt. U.a. geht es darum, welche Orte rund um den Rangierbahnhof Maschen aufgesucht werden und warum. Es wird gefragt, wie die Menschen derzeit von Maschen nach Hörsten kommen, wie sie diese Alternativrouten bewerten und welche Einschränkungen nach der Sperrung der Decatur-Brücke die gravierendsten sind.
Dass den Bürgern das Thema Decatur-Brücke unter den Nägeln brennt, wird auf der Internetseite http://www.seevetal-verbinden.de deutlich. Im Forum können die Bürger Ideen und Meinungen zu verschiedenen Themenbereichen äußern. Ein Angebot, dass viele nutzen. Im Forum vertreten die Seevetaler durchaus gegensätzliche Ansichten. „Abriss und Neubau der Decatur-Brücke sind unwirtschaftlich und stehen in der Kosten-Nutzenrechnung in keinem Verhältnis!“, schreibt ein Bürger. „Um die Orte Maschen und Hörsten als Wohnorte für die Zukunft attraktiv zu halten, führt an der Erstellung einer Überquerung der Bahngleise kein Weg vorbei“, so ein anderer Seevetaler. Die Ideen für die Lösung des Problems sind vielfältig und durchaus kreativ: die Verlegung des Bahnhofs auf Maschener Seite und eine verbesserte Busanbindung für Hörsten, die Einführung eines Spezialbusses, der flach genug ist durch die Unterführung im Zuge der Viehtrift zu fahren, der Bau eines neuen Tunnels unter dem Rangierbahnhof oder ein Architekten- und Statiker-Wettbewerb zur Rettung der Brücke. All diese Gedanken fließen auch in die Dialogwerkstatt ein.
Bürgermeisterin Martina Oertzen hofft auf rege Beteiligung am Donnerstag. „Für uns ist diese Form des Bürgerdialogs ein neuer Weg. Ich kann nur jeden Bürger ermutigen, mitzumachen“, so Oertzen. Beim Termin in der Burg Seevetal nicht mit dabei sein wird die Deutsche Bahn. „Ich finde es schade, dass die Bürger nicht auch die Gelegenheit bekommen, einmal direkt mit DB-Vertretern über die Sachlage zu sprechen“, so Oertzen. „Ich denke, wir werden das Problem nur alle gemeinsam lösen können.“