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"Den Schulterschluss üben": Landkreis lud zur länderübergreifenden Verkehrskonferenz ein

Wollen den Dialog ausbauen (v. li.): Dr. Bernd Egert, Daniela Behrens und Rainer Rempe
kb. Seevetal. Endlose Staus, Baustellen, zunehmender Güterverkehr - kaum ein Thema bewegt die Metropolregion Hamburg so wie das Thema Verkehr. Um den Austausch über Verkehrsprojekte zu fördern und die Zusammenarbeit über Ländergrenzen hinweg zu berbessern, hatte der Landkreis Harburg am vergangenen Donnerstag zur ersten länderübergreifende Verkehrskonferenz in Seevetal eingeladen. Mit dabei waren rund 100 Vertreter aus Politik, Behörden und Institutionen. In den Vorträgen ging es u.a. um aktuelle Verkehrskonzepte und das Baustellenmanagement.
Staatsrat Dr. Bernd Egert von der Hamburger Verkehrsbehörde begrüßt die Initiative des Landkreises Harburg. "Die Kommunikation untereinander aber auch zu den Bürgern ist ganz wichtig", so Egert. Dabei gehe es auch darum, über den eigenen Tellerrand zu schauen.
Für den Ersten Kreisrat Rainer Rempe geht es beim Thema Verkehr vor allem darum, langfristig Lösungen zu finden. "Wir werden die Probleme heute nicht lösen können", so Rempe. Es ginge darum, den Dialog zu intensivieren, Projekte früher und besser abzustimmen und Bürger früher zu beteiligen. "Unsere derzeitige Verkehrsbelastung ist an der Grenze des Erträglichen", sagte Rempe.
Ein Thema auf der Konferenz war die Bundesverkehrswegeplanung. Bis 2015 will die Bundesregierung einen Investitionsrahmenplan festlegen, die Länder haben dazu allein im Bereich Straßen rund 1.500 Vorschläge eingereicht. Die werden nun bewertet. Parallel dazu will das Land Niedersachsen eine eigene Prioritätenliste erstellen. "Wir wollen unsere Projekte in einem eigenen Verfahren in den betroffenen Regionen zur Abstimmung stellen, um herauszufinden, was überhaupt vor Ort gewollt wird", erklärte Staatssekräterin Daniela Behrens vom Niedersächsischen Verkehrsministerium. Wichtig sei es außerdem, gegenüber dem Bund deutlich zu machen, dass jetzt der Norden dran sei, so Bernd Egert. "Wir müssen den Schulterschluss üben, um unsere Interessen gemeinsam durchzusetzen."
Auch in Sachen Y-Trasse waren sich die Akteure weitestgehend einig. "Uns fällt es schwer, die aktuelle Entwicklung nachzuvollziehen", sagte Rainer Rempe. Derzeit werden auf Initiative des Bundesverkehrsministeriums und der Bahn neue, alternative Streckenführungen überprüft, jetzt eine neue Trasse favorisiert werden, werden bis zur Realisierung mindestens 30 Jahre ins Land gehen", so Rempe. Das sei kaum hinnehmbar.
Künftig soll der Dialog zum Thema Verkehr fortgesetzt und bereits bestehende Strukturen ausgebaut werden. Für die Bürger bleibt zu hoffen, dass dem Austausch auch Taten folgen. Große Worte allein, haben noch kein Verkehrsproblem gelöst.