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"Ein lebendiges Quartier schaffen": terra Real Estate will mit verbessertem Konzept überzeugen

Wenn es nach terra Real Estate geht, könnte so das "Quartier 100" rund um den "100-jährigen" aussehen (Foto: terra Real Estate)
kb. Hittfeld/Buchholz. Der Entscheidungsprozess zur Umgestaltung von Hittfelds Ortsmitte rund um das Areal des seit Jahren geschlossenen Tradtionsgasthauses "Zum 100-jährigen" geht in die entscheidende Phase: Am kommenden Mittwoch, 8. März, soll der Umwelt- und Planungsausschuss entscheiden, ob die Fläche künftig gewerblich genutzt werden oder eine Wohnbebauung stattfinden soll.
Letzteres sieht das Konzept "Quartier 100" der terra Real Estate aus Buchholz vor. Bereits im vergangenen August präsentierte Geschäftsführer Andreas Tietz seine Ideen im Hittfelder Ortsrat. Nach Kritik an Ausmaß und Gestaltung der geplanten Wohnbebauung hat terra Real Estate nicht nur bei der Höhe der Gebäude nachgebessert, sondern das Konzept um einen vielleicht entscheidenden Baustein erweitert. "Wir haben die anliegende Achilles-Fläche erworben und werden, wenn unser Konzept basierend aus '100-jährigem' und Achilles den Zuschlag erhält, 15 Prozent der gesamten Wohnfläche als bezahlbaren Wohnraum bauen", so Andreas Tietz. Die Bebauung der Achilles-Fläche könnte schon im Herbst beginnen und parallel zum B-Plan-Verfahren für das "Quartier 100" laufen. "Damit könnte noch in 2018 bezahlbarer Wohnraum mitten im Herzen Hittfelds entstehen", sagt Tietz.
Bei der Wohnbebauung im Umfeld des "100-jährigen" verzichtet die terra Real Estate auf ein Geschoss. "Wir kommen dem Ortsrat entgegen und planen jetzt im Bereich des Quartiersplatzes eine zweigeschossige Bauweise plus Staffelgeschoss. Mit ca.11,50 Metern bleiben wir dabei auf der Höhe des '100-jährigen'. Und auch bei der optischen Gestaltung und den Materialien achten wir auf ein stimmiges Gesamtbild", erläutert Tietz die Pläne. Insgesamt sollen etwa 30 Wohneinheiten auf der Achilles-Fläche und 50 bis 70 Wohneinheiten im "Quartier 100" entstehen. Geplant sind außerdem kleinteilige Gewerbeflächen im Bereich des zentralen Quartiersplatzes und die Erweiterung des bestehendes Edekas. Wie in den anderen Konzepten auch, bleibt der "100-jährige" erhalten und soll wieder als Gastronomie betrieben werden. Die Überlegungen der terra Real Estate sind sehr konkret. "Zusammen mit Frank Wiechern vom Harburger Restaurant Leuchtturm haben wir ein Betreiberkonzept erarbeitet, eine Absichtserklärung wurde bereits unterschrieben", berichtet Andreas Tietz. Und auch mit der ehemaligen Betreiber-Familie Steinwehe stehe man in regelmäßigem, guten Kontakt. "Es gab sogar schon eine symbolische Übergabe der alten Speisekarte an Frank Wiechern", erzählt Tietz. Auch die alte Destille will Tietz erhalten, hier könnte passenderweise ein Spirituosenhandel einziehen. In der geplanten Event-Scheune könnten die alten Destilliergeräte in einem kleinen Museumsbereich ausgestellt werden.
Dem Motto "aus der Region für die Region" folgend, will die terra Real Estate wenige regionale Co-Investoren ins Boot holen und auf die Kooperation mit regionalen Bauunternehmen setzten. "Wir können uns vorstellen, als Vorhabenträger auch langfristig Ansprechpartner zu bleiben und einen Teil der Wohnungen im eigenen Bestand zu halten", so Tietz.
Für ihn liegen die Vorteile des eigenen Konzeptes auf der Hand. "Wir schaffen Wohnraum für bis zu 100 Familien und etwa 400 Quadratmeter neue Gewerbeflächen, für den Ort bringt das Vielfalt und neues Leben, für die Gemeinde höhere Steuereinnahmen als bei alternativen Konzepten", sagt Tietz. Er macht aber auch deutlich: "Den bezahlbaren Wohnraum schaffen wir nur, wenn wir das gesamte Quartier entwickeln können. Sollte der Zuschlag an einen der anderen Investoren gehen, bauen wir auf der Achilles-Fläche Eigentumswohnungen."

Drei Konzepte liegen vor

Insgesamt drei Investoren wollen die Ortsmitte Hittfelds rund um den "100-jährigen" umgestalten: Die Unternehmensgruppe May & Co. aus Itzehoe will den Edeka-Markt um 1.000 Quadratmeter erweitern und einen Aldi-Markt mit 1.200 Quadratmetern Verkaufsfläche bauen. Der "100-jährige" und die Scheune sollen gastronomisch genutzt werden, nicht erhalten werden soll die Destille. Für den Kauf des Grundstücks der Familie Steinwehe hat die May-Gruppe einen zeitlich befristeten Vorvertrag geschlossen.
Ein weiterer Vorschlag stammt von der der Melchert GmbH aus Neu Wulmstorf. Das Konzept liegt erst seit Kurzem vor. Es umfasst eine Wohnbebauung mit ca. 50 Wohneinheiten in zwei- bis dreigeschossiger Bauweise. Sowohl der "100-jährige" als auch die Destille sollen erhalten bleiben. Die Edeka-Erweiterung wäre optional.
Die Sitzung des Umwelt- und Planungsausschusses findet am Mittwoch, 8. März, ab 17 Uhr im Rathaus in Hittfeld statt.